Donnerstag, 19. Mai 2005

Hackler-Regelung wird immer kurioser: Mit
hohem Kalorienverbrauch früher in Pension

  • Ministerin Haubner erwartet einen Entwurf bis Ende Mai
  • PLUS: Wen Ex-Minister Haupt zum Hackler adeln wollte

Die Hackler-Regelung wird immer kurioser: Pensionsexperten haben sich darauf geeinigt, dass etwa ein bestimmter Kalorienverbrauch beim Arbeiten und Nachtarbeit dazu berechtigen sollen, früher und mit geringerern Abschlägen in Pension zu gehen. Als Schwerarbeiter soll gelten, wer im Beruf pro Tag mehr als 2.000 Kalorien verbraucht. Bei Frauen soll die Grenze bei 1.400 Kalorien liegen.

Als Kriterien gelten darüber hinaus noch erschwerdende äußere Belastung am Arbeitsplatz wie Hitze oder Kälte und psychisch belastende Tätigkeiten (etwa Sicherheits- oder Pflegedienst).

Haubner erwartet Entwurf für Ende Mai
Sozialministerin Ursula Haubner (B) erwartet, dass bis Ende Mai der Entwurf für die geplante neue Schwerarbeiter-Regelung vorliegt. Derzeit verhandelten Experten der Sozialpartner unter anderem darüber, wie der Begriff "schwere, körperliche Arbeit" definiert werden soll, sagte Haubner gegenüber der APA am Donnerstag in Stockholm.

Zu einem ORF-Bericht, wonach der Kalorienverbrauch bei der jeweiligen Tätigkeit ein Kriterium sei, sagte Haubner nur, Details erwarte sie sich erst Ende Mai. Der Ministerin zufolge befinden sich die Verhandlungen im vorgesehenen Zeitplan. Weiters gehe es in den Expertengesprächen um die Berücksichtigung von Schicht- und Wechseldiensten sowie um die Definition von Tätigkeiten, die erhebliche Gefahren und Belastungen für die Gesundheit mit sich bringen. Auf diese Kriterien hatte man sich schon im März bei einem Treffen mit den Sozialpartner verständigt. Welche Tätigkeiten konkret darunter fallen, darüber wird noch verhandelt.

Haubner, die sich derzeit in Sachen Familien- und Vorschul-Politik Modelle in Schweden und Finnland anschaut, sagte, dass sich Experten der Arbeits- und Sozialgerichte gleichzeitig mit der Frage der Überprüfbarkeit des Vorliegens von Schwerarbeit im Sinne der künftigen Regelung beschäftigten.

Schwerarbeiter sollen künftig früher in Pension gehen können. Voraussetzung sind mindestens 15 Jahre Schwerarbeit und 45 Versicherungsjahre. Dann sollen Männer weiter mit 60 Jahren in Pension gehen können wobei die Abschläge nur 2,1 Prozent statt der sonst üblich 4,2 Prozent betragen sollen. Bei längerer Schwerarbeitszeit sollen die Abschläge weiter sinken. Für Frauen soll diese Regelung vorerst nicht gelten, weil ihr Pensionsalter vorerst noch nicht bei 60 Jahren liegt. Inkrafttreten soll die neue Regelung ab 2007.

(apa/red)

19.5.2005 19:14