Kein Paradies für Steuerzahler: Platz 6 für Österreich im weltweiten Abgaben-Ranking
- "Forbes": Rotweißrot "glänzt" mit hohen Belastungen
- Überraschung: China schon auf Platz 2 hinter Frankreich
Österreich zählt zu den Ländern mit der weltweit höchsten Belastung an Steuern und Abgaben. Auf einer vom US-Magazin "Forbes" ermittelten Liste liegt Österreich im internationalen Vergleich auf Rang 6. Höhere Steuern und Abgaben sind laut "Tax Misery Index 2005" weltweit nur noch in Frankreich, China (Peking), Belgien, Schweden und Italien zu leisten, geht aus der aktuellen Studie hervor.
Zur Berechnung wurden die Höchstsätze der Besteuerung von Unternehmen, Einkommen, Vermögen sowie Mehrwert-/Umsatzsteuer plus Sozialversicherungsabgaben von Arbeitgeber und Arbeitnehmer herangezogen. Für Deutschland und die Schweiz wurden unterschiedliche Berechnungen für einzelne Regionen angestellt, da in diesen Ländern die kommunale Besteuerung erheblich voneinander abweichen kann. Für die USA wurden die Auswirkungen der von Präsident George W. Bush angekündigten Steuerreform 2006 gesondert ausgerechnet.
Hinter Österreich befinden sich noch Polen, Spanien, Argentinien und Griechenland unter den "Top Ten" im Forbes "Tax Misery Index", dahinter folgen Finnland, Slowenien, Norwegen, die Niederlande und Brasilien. In einer eigenen Liste mit den höchsten Steuersätzen gemessen am Bruttoinlandsprodukt (BIP) liegt Österreich mit 43,0 Prozent auf Rang 8, allerdings standen nur Daten aus dem Jahr 2003 und von den OECD-Ländern zur Verfügung. Die höchsten Steuerquoten gibt es demnach in Schweden (50,8), Dänemark (49,0) und Belgien (45,8 Prozent).
Weniger Abgaben in Deutschland, Norwegen und den USA
Deutlich verschlechtert hat sich die Gesamtbelastung an Steuern und Abgaben laut "Forbes" in Polen oder in Australien, leicht zugenommen hat die Abgabenquote auch in Finnland, Malta, Kanada, Indien oder Österreich. Am kräftigsten verringert hat sich die Steuerbelastung gegenüber dem Jahr 2004 demnach in Norwegen, Russland, Deutschland (Berlin), Türkei, den USA (mit Reform), sowie in Zypern und Tschechien (ex aequo).
Ein einheitlicher Steuersatz, die so genannte "flat tax", würde in Europa immer stärker zum Thema, schreibt "Forbes" - wobei die Auswirkungen auch bis in die USA reichen würden. In Ländern Asiens, allen voran China, sind generell steigende Steuersätze zu beobachten. "Einkommen und Lohnnebenkosten beginnen hier das Niveau der Industrieländer zu erreichen", heißt es in dem Bericht.
Zweiter Platz für China überrascht
Generell sei weiter ein Trend zu geringeren Steuersätzen zu beobachten. Umso überraschender sei der zweite Platz für China, der nicht zuletzt auf hohe Sozialabgaben im Ausmaß von 45 Prozent zurückgeht. Bei Standortbeurteilungen würden solche Kosten häufig nicht berücksichtigt, wird ein Experte der Großbank HSBC zitiert. Zudem ticke auch in China die "Zeitbombe" eines auf Sicht nicht mehr finanzierbaren Pensionssystems. "Hohe Steuern und steigende Einkommen werden letztlich die Wettbewerbsfähigkeit des Landes beeinträchtigen", schreibt das Magazin.
Tendenziell würden Hochsteuerländer stärker unter Druck geraten und kapitalistischer Unternehmergeist weltweit an Bedeutung gewinnen. Doch die Steuersätze seien nur ein Faktor in der Entscheidungsmatrix für Betriebsansiedlungen, -verlagerungen oder Expansionsentscheidungen. Im Fall mehrerer gleichwertiger Standorte gebe das Steuerniveau häufig den Ausschlag. (apa/red)
Euro-Krise Spanien16:18
Spanien am AbgrundRettung einer maroden Großbank stößt Spanien tief in den Strudel der Euro-Krise
Steiermark19:54
Tödlicher TauchgangFrau fährt in einen Wasserkanal der Mur. Lenkerin wird nur noch tot geborgen.
EURO 2012 Deutschland19:32
EM ohne DraxlerLöw sortiert vier Spieler aus dem Teamkader aus. Auch Stürmer Cacau nur Zuseher.

