22.5.2005 19:48

Vienna City Marathon: Mubbarak Shami aus Quatar siegt bei 22. Auflage des Laufevents

  • Pumper mit österreichischen Rekord im Halbmarathon
  • Buchleitner wird Achter. PLUS: Wien-Marathon in Bildern

Der 25-jährige Mubbarak Shami aus Katar hat am Sonntag in 2:12:20 Stunden den 22. Vienna City Marathon gewonnen und für eine große Überraschung gesorgt. Der gebürtige Kenianer absolvierte sein Marathon-Debüt und verwies die höher eingeschätzten früheren Landsleute auf die weiteren Plätze. Bei den Frauen setzte sich Topfavoritin Florence Barsosio in 2:31:40 durch, die Steirerin Eva-Maria Gradwohl wurde in 2:39:44 Zweite. Susanne Pumper lief in 1:13:20 ÖLV-Halbmarathon-Rekord.

Der Wien-Rekord - aufgestellt 2004 in 2:08:35 vom Kenianer Samson Kandie - war am Sonntag schon vor dem Start nicht in Gefahr. Prognostizierte und auch eingetroffene Temperaturen zwischen 17 und 25 Grad und streckenweise starker Wind setzten den 6.709 Marathon-Teilnehmern zu. Von Beginn an hatten die Läufer aus Afrika das Geschehen beherrscht, bei Kilometer 22 hatte sich eine dreiköpfige Gruppe mit Shami, dem Äthiopier Degene Regassa Nigusse und dem Kenianer Matthew Cheboi abgesetzt, zwei Kilometer später löste sich Shami von seinen Konkurrenten.

"Eine große Überraschung"
Der Wien-Sieger 2005 hatte mit dem Nationenwechsel vor acht Monaten auch seinen Namen von Richard Yatich in Mubbarak Shami geändert. Er hat eine Halbmarathon-Bestzeit von 1:00:31 Stunden (2004 in Lissabon) zu Buche stehen und wurde erst vor zwei Wochen für Wien verpflichtet. "Eine große Überraschung, mit einem Sieg von ihm hätte ich nicht gerechnet. Ich habe während des Rennens mit seinem italienischen Manager gesprochen und ihm gesagt, dass Shami bei Kilometer 25 Zeiten von 3:01, 3:02 läuft. Der hat die Hände über den Kopf zusammengeschlagen und gemeint, das ist zu früh", erzählte Rennleiter Mark Milde.

Dem Angriff folgte ein leichter Einbruch, dennoch hatte Shami auf den zweitplatzierten Topfavoriten Japhet Kosgei aus Kenia im Ziel 2:55 Minuten Vorsprung. "Mein Problem war die fehlende Erfahrung. Ich hätte sonst sicher 2:09 laufen können, wenn ich mir das anders eingeteilt hatte", so der Sieger, der sich damit auch für die Weltmeisterschaften in Helsinki qualifizierte. Bei Kilometer 28 sorgte er für eine Schrecksekunde, als er stoppte, um die verrutsche Lasche an seinem Schuh zu richten. Michael Buchleitner wurde in seinem "definitiv letzten Rennen auf diesem Niveau" als bester Österreicher in 2:16:41 Stunden Achter.

"Ich war wie ein Brathendl durch"
Gradwohl verpasste zwar den im Vorjahr fixierten persönlichen Rekord von 2:38:04, war aber auf Grund der äußeren Umstände sehr zufrieden: "Bis Kilometer 31 ist es von der Temperatur her gegangen, dann habe ich die Kilometerzeiten zurückgenommen. Ich war wie ein Brathendl durch. Aber ich bin es couragiert angelaufen, dachte mir, was ich hab, das hab ich, denn es wird noch heiß. Ich habe mich schon im Vorfeld auf die Bedingungen eingestellt." Ihren nächsten Start hat sie in Berlin eingeplant. Von "einem der härtesten Rennen" ihrer Karriere sprach auch Barsosio, die souverän die Erwartungen erfüllte.

Im Halbmarathon verbesserte Susanne Pumper den Österreichischen Rekord von Gradwohl um fünf Sekunden auf 1:13:20 Stunden, blieb bei ihrem Siegeslauf aber zwanzig Sekunden über dem Limit für die Halbmarathon-Weltmeisterschaften in Edmonton. Sie war dennoch zufrieden: "Ich bin die ersten fünf Kilometer zu schnell angegangen. Den Rekord habe ich mir erst auf dem letzten Kilometer geholt", sagte die von der Bahn auf die Straße gewechselte Athletin.

Ergebnis:
Männer:
1. Mubbarak Shami (KAT) 2:12:20 Stunden
2. Japhit Kosgei (KEN) 2:15:15
3. Serem Henry (KEN) 2:15:26
4. Lahoucine Mrikik (MAR) 2:15:45
5. Richard Mutai (KEN) 2:15:57
6. Maru-Shadrad Kipchirchir (KEN) 2:16:18
7. Degene Regassa Nigusse (ETH) 2:16:37
8. Michael Buchleitner (AUT) 2:16:41

Frauen:
1. Florence Barsosio (KEN) 2:31:40 Stunden
2. Eva-Maria Gradwohl (AUT) 2:39:44

Ergebnisse Halbmarathon:
Männer:
1. Roman Weger (AUT/LC Villach) 1:08:40 Stunden
2. Driss Araaoui (MAR/LCC Wien) 1:10:35
3. Hermann Achmüller (ITA) 1:12:28

Frauen:
1. Susanne Pumper (AUT) 1:13:20 Stunden (ÖR)
2. Petra Teveli (HUN) 1:16:48
3. Anna Hansson (SWE) 1:25:07

Der Vienna City Marathon 2005 ist laut ARBÖ ohne größere Behinderungen über die Bühne gegangen. Etwas Probleme gab es durch den unerwartet starken innerstädtischen Verkehr: "Auf der Westeinfahrt von Wien war erhebliches Verkehrsaufkommen zu bemerken", meldet Stefan Sauer vom ARBÖ. 20 Minuten seien die Autofahrer im Stau gestanden. Durch die Sperre des Gürtels kam es zu Behinderungen auf Höhe des Westbahnhofes. Trotz eingerichteter Schleusen sei es am Inneren- und Äußeren Gürtel zu Verzögerungen gekommen.

Fazit: Alles in Allem verlief der Marathon, was den Straßenverkehr betrifft, sehr friedlich. Laut ARBÖ verzögerten sich aber die Aufhebungen der Straßensperren auf Grund der Dichte des Teilnehmerfeldes um etwa eine halbe Stunde. Während der Sieger Mubbarak Shami nach 2:12:20 im Ziel war, fuhr der Schlusswagen entlang der Äußeren Mariahilfer Straße.

Auf der größten Ausweichroute, der Südosttangente (A23), staute es sich Richtung Süden im Bereich Knoten Prater und Handelskai. In der Gegenrichtung sorgte ein Unfall für Stau, der vom Handelskai bis St. Marx zurückreichte. Im Zuge dessen mussten Autofahrer auch auf der A4, der Ostautobahn, stadteinwärts ebenfalls Zeit einbüßen. (apa/red)

22.5.2005 19:48
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