Rapid-Boss Rudolf Edlinger im großen Interview: "Bei uns stimmt derzeit alles"
- Ex-Finanzminister im Interview über grün-weißen Titel
- Trat Amt im Oktober 2001 an, dachte nie am Rücktritt
·2 Hürden trennen Rapid noch von CL
Meister spielt erstmals schon in 2. Quali-Runde
·Jubel in Grün-Weiß:
Rapid ist Meister!!!
Pasching & Austria nur 1:1,
Rapid uneinholbar vorne
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den 31. Meistertitel!
Euphorie in Hütteldorf: Jubel bei den Spielern
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der Hütteldorfer 2004/05
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·SK Rapid Wien als Sport-Geschichte
Rekorde, Meilensteine und
Triumphe prägten Verein
·Was sagen Sie zum Titel für Rapid Wien?
Verdienter Triumph oder Glück der Grün-Weißen?
Im Oktober 2001 war Rudolf Edlinger zum Präsidenten des österreichischen Fußball-Rekordmeisters SK Rapid gewählt worden und hatte unmittelbar danach angekündigt: "Wir wollen den Meistertitel innerhalb von drei Jahren dorthin zurückholen, wo er hingehört. Nach Hütteldorf!" Mit einigen Monaten Verspätung hat der ehemalige Finanzminister nun sein Versprechen eingelöst.
APA: Haben Sie bei Ihrem Amtsantritt wirklich geglaubt, dass Rapid
so bald wieder Meister wird?
Edlinger: "So richtig überzeugt war ich davon nicht, immerhin waren
wir damals weit abgeschlagen. Aber irgendwelche Ziele muss man sich
stecken, und dass man als neuer Rapid-Präsident sagt, man will
Fünfter werden, ist auch nicht das Wahre."
APA:Wer sind die Väter des Erfolges?
Edlinger: "Den Hauptanteil hat die sportliche Führung. Aber bei uns
stimmt im Augenblick alles. Es ist einfach schön, dabei zu sein. Alle
miteinander haben diesen Aufstieg erarbeitet."
APA: Dabei hallten noch vor zwei Jahren Anti-Edlinger-Sprechchöre
durchs Hanappi-Stadion. Haben Sie damals einen Rücktritt in Erwägung
gezogen?
Edlinger: "Nein. Wenn ich eine Aufgabe übernehme, dann übernehme ich
sie. Durch Wellentäler muss man einfach durch. Im Sport muss man
Größe und Standhaftigkeit haben."
APA: Welchen Stellenwert hat der Meistertitel für Sie?
Edlinger: "Für mich persönlich bedeutet er, dass sich
kontinuierliche Arbeit auszahlt und dass alle im Verein das gleiche
Ziel ohne Winkelzüge angestrebt haben. Ich habe den Eindruck, im
Verein mögen sich alle."
APA: Eine erfolgreiche Titelverteidigung wird angesichts der
wirtschaftlichen Möglichkeiten von Austria und Salzburg nicht
einfach. Wie wollen Sie der finanziellen Übermacht dieser Klubs
entgegentreten?
Edlinger: "So wie bisher, mit dem entsprechenden Engagement und
Herz. Geld erleichtert zwar die Führung eines Vereins, spielt aber
nicht Fußball. Wir haben in der Liga immerhin das dritthöchste
Budget. In Schulden werden wir uns sicher nicht stürzen. Die einen
kaufen Stars, die anderen machen sie.
APA: Wie groß ist die Gefahr, dass einige Leistungsträger Rapid nach
Saisonende verlassen?
Edlinger: Tatsache ist, dass unsere wichtigsten Spieler Verträge
haben, die nicht mit Saisonende auslaufen. Wenn es für gewisse
Spieler lukrative Angebote gibt, muss man abwägen. Ich lasse das aber
auf mich zukommen, im übrigen ist Peter Schöttel als Sportdirektor
damit betraut. Ich persönlich habe den Eindruck, dass alle Kicker
sehr gern bei Rapid spielen."
APA: Wie schauen die Pläne für die Zukunft aus?
Edlinger: "Jetzt wollen wir diesen Erfolg einmal genießen. Wir sind
noch im Cup und außerdem im Sommer in der
Champions-League-Qualifikation dabei. Über unsere Ziele für die
nächste Saison werden wir später in Ruhe nachdenken."
APA: Welche Gratulanten haben sich bereits eingestellt?
Edlinger: "Die ersten Glückwünsche aus der Branche habe ich von
(GAK-Präsident) Rudi Roth erhalten, außerdem kamen noch Gratulationen
unter anderem von (Mattersburg-Obmann und Bundesliga-Vize) Martin
Pucher und (Austria-Vize) Andreas Rudas. Auch (Bundespräsident) Heinz
Fischer, (Grünen-Vize-Chefin) Eva Glawischnig und (der Wiener
Bürgermeister) Michael Häupl haben gratuliert. Vom Austria-Fan Häupl
habe ich übrigens wegen einer Wette eine Flasche Brunello gewonnen,
die wir gemeinsam austrinken werden."
(apa/red)
