Montag, 23. Mai 2005

Kein rot-weiß-rotes Fest im rot-weißen Fürstentum: Friesacher nach Out enttäuscht

  • Österreichisches Red Bull-Team kassiert Doppelausfall
  • Klien nach zweitem Liuzzi-Out jetzt mit guten Karten

Der Monaco-Sonntag war kein rot-weiß-roter. Patrick Friesacher schied nach einem Hochgeschwindigkeitsunfall nach der Tunnel-Ausfahrt aus und auch das Red-Bull-Team verzeichnete einen Totalausfall - David Coulthard (GBR) und Vitantonio Liuzzi (ITA) sahen nach Unfällen ebenfalls nicht die Zielflagge. Red Bull blieb damit ausgerechnet beim prestigeträchtigsten Rennen des Jahres erstmals ohne WM-Punkt.

Einziger österreichischer "Gewinner" war der pausierende Christian Klien, der Vorarlberger hat nach dem zweiten Liuzzi-Ausfall in Folge gute Karten, am kommenden Wochenende auf dem Nürburgring wieder ins Renncockpit zurückzukehren.

In der Stadt des legendären Monte-Carlo-Casinos brachte Friesacher der 13. Startplatz - der beste seiner bisherigen Formel-1-Karriere - kein Glück. Nach dem Start - Friesacher musste nur die nach vor stürmenden Juan Pablo Montoya und Ralf Schumacher vorbei ziehen lassen - nistete sich der Kärntner mit konstant starken Rundenzeiten auf Platz 14 ein, ehe in der 30. Runde in der Hafenschikane der große Schock kam.

"Als hätte ich einen Patschen"
"Nach der Safety-Car-Phase hat es sich so angefühlt, als hätte ich einen 'Patschen'. Schon im Tunnel ist mir das Heck einige Male ausgebrochen und vor der Schikane ist es mir dann endgültig ausgebrochen", erklärte der bitter enttäuschte Österreicher, der den Rest des Rennens auf der Couch in seinem Fahrerzimmer verfolgte.

Dennoch strich Friesacher auch die positiven Aspekte an diesem Wochenende hervor. "Natürlich ist es bitter, aber im Großen und Ganzen war es ein gutes Wochenende. Wir waren schneller als die Jordans, ich war permanent schneller als mein Teamkollege", resümierte der Minardi-Rookie, der in den ersten 20 Runden des Rennens seinen Teamkollegen Christijan Albers (NED) gleich um 25 Sekunden deklassiert hatte.

Nächster GP in einer Woche in Deutschland
Von einer Wachablöse am Ende des Feldes im Duell Minardi gegen Jordan wollte Friesacher trotz der Monaco-Leistungen nicht sprechen. "Wir haben uns hier leichter getan, weil es in Monaco nicht so viele schnelle Kurven gibt. Auf dem Nürburgring werden wir uns auf jeden Fall schwerer tun", weiß Friesacher, der am Montag nach Hause fliegen wird und am Donnerstag Richtung Deutschland abheben wird.

Beim Friesacher-Crash wurden Erinnerungen an den 12. Mai 1994 wach. Damals war der Tiroler Karl Wendlinger mit seinem Sauber an der selben Stelle bei 270 km/h schwer verunglückt und in ein 19 Tage langes Koma gefallen, vier Jahre später hatte Alexander Wurz bei einem Crash nach der Tunnel-Ausfahrt viel Glück gehabt. Gedanken an Dramen wie diese sind kein Thema. "Dafür hat man keine Zeit, das geht alles sehr schnell", so Friesacher.

Nach dem Highlife der vergangenen Tage herrschte am Renntag in der prachtvollen Red-Bull-"Energy-Station" Enttäuschung. Christian Klien verfolgte dort das Rennen und analysierte: "Ein verrücktes Rennen, bei dem wir leider leer ausgegangen sind. Schumacher ist Coulthard hinten ins Auto gefahren, deshalb ist die Radaufhängung gebrochen. Liuzzi hat hinten rechts die Mauer touchiert, dadurch gab es einen Reifenschaden und eine gebrochene Felge."

Die Performance seines Teamkollegen Liuzzi, der auch in Barcelona nach einem Fahrfehler ausgefallen ist, wollte Klien nicht bewerten. "Das beurteilen andere, dafür haben wir qualifizierte Leute. Ich schaue nur auf meine Leistung."
(apa/red)

23.5.2005 14:39
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