Judo: Dritte Medaille für Österreich in Rotterdam - Claudia Heill holte EM-Silber
- Final-Niederlage gegen Niederländerin Willeboordse
·Judo: Paischer gewinnt EM-Silber
Titelverteidiger unterliegt in Klasse bis 60 kg im Finale
Der Österreichische Judoverband hält nach zwei EM-Tagen in Rotterdam bei drei Medaillen. Die Wienerin Claudia Heill hat am Samstag in der Gewichtsklasse bis 63 kg Silber gewonnen, die Olympia-Silbermedaillengewinnern von Athen musste sich im Finale der Niederländerin Elisabeth Willeboordse geschlagen geben. Am Freitag waren Ludwig Paischer mit Silber (60 kg) und Sabrina Filzmoser (57 kg) mit Bronze erfolgreich gewesen.
Fast hätte Silvia Schlagnitweit Samstagnachmittag die Medaillensammlung noch aufgestockt. Sie unterlag in der Kategorie bis 70 kg im Kampf um Bronze aber der Ungarin Anett Meszaros "ganz knapp", wie Zuschauerin Heill bestätigte, und wurde Fünfte.
Claudia Heill hatte vor den Europameisterschaften gesagt, dass eine Medaille bei der WM im September in Kairo leichter zu holen sein wird. Obwohl die Konkurrenz dann noch stärker ist. Aber die 23-Jährige hat erst vor Kurzem mental mit dem Erfolg in Athen abgeschlossen und Rotterdam als Willens-Comeback tituliert. Der Wille hat gesiegt. Zwar hat es für die Heeressportlerin zum Europameistertitel nicht gereicht, sie holte aber wie schon 2001 in Paris Silber. 2002 in Marburg und 2003 in Düsseldorf hatte sie Bronze gewonnen.
Heill marschierte nach einem Freilos mit Erfolgen über die Ukrainerin Nadja Gerasimenko, die Finnin Johanna Ylinen und die Portugiesin Andreia Cavalleri in das Finale, in dem Willeboordse wartete. "Silber ist okay. Aber ich war im Finale und wollte mir endlich das holen, was ich schon lange will. Der Kampf war eigentlich ganz gut, ich habe aber einen großen Fehler gemacht und zu einem ungünstigen Zeitpunkt angegriffen. Ich bin in eine Yuko-Wertung geflogen und hab' das nicht mehr aufgeholt", erzählte der Blondschopf. Nationaltrainer Hubert Rohrauer sah es ähnlich: "Sie hatte zu wenig Geduld und zu viel riskiert."
Nach dem Trubel nach Olympia und dem "Seuchenfrühjahr" war Heill aber "zufrieden". Ihre beiden im Alter von 15 und 17 Jahren wegen Kreuzbandrissen operierte Knie hatten in den vergangenen Monaten Probleme bereitet und eine in Leonding erlittenen Ellbogenverletzung die Vorbereitung zusätzlich beeinträchtigt. "Vom Formaufbau bin ich sicher noch nicht ganz am Ziel, ich habe noch mehr drauf. Ich habe hier aber auch ein gutes Los erwischt, ich kann mich da nicht beschweren," gestand Heill ein und wollte am Abend mit ihrer Freundin Sabrina Filzmoser, die am Vortag Bronze geholt hatte, richtig feiern gehen.
Schlagnitweit besiegte nach einem Freilos zum Auftakt die Tschechin Andrea Pokorna und rutschte nach der Niederlage im Pool-Finale gegen die Italienerin Ylenia Scapin in die Trostrunde. In der feierte sie auf dem Weg zum Bronzekampf Siege gegen die Spanierin Leire Iglesias und die Finnin Sanna Laitinen.
Nicht gut erging es den beiden ÖJV-Herren, die am Samstag im Einsatz waren. Rene Schaubmayr (bis 73 kg) schied nach einer Auftaktniederlage gegen den Griechen Giorgi Vazagasvili aus. Florian Rinnerthaler (-81 kg) unterlag dem Briten Euan Burton, dürfte in der Trostrunde weitermachen, hatte dort aber gegen den Litauer Radvilas Matukas das Nachsehen. Beide blieben unplatziert. Am Sonntag ist der ÖJV bei der EM noch durch Marianne Morawek in der Klasse bis 78 kg vertreten.
(apa)
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