Happy Hour: Eine Dresdner Rotlichtbar bietet Rabatte für Hartz-IV-Empfänger
- 20 Prozent Nachlass und "Diskretion" zugesichert
Eine Rotlichtbar in Dresden bietet Hartz-IV-Empfängern Rabatte an. Wie die Geschäftsführerin der "Villa Bijou", Silvia Rau, am Sonntag mitteilte, sollen die Betroffenen in ihrem Etablissement 20 Prozent erlassen bekommen. Der gleiche Rabatt werde auch auf Getränke an der Bar eingeräumt. Einzige Voraussetzung: Die Empfänger von Arbeitslosengeld II müssen ihren Bescheid mitbringen. "Diskretion wird zugesagt, das ist bei uns sowieso oberstes Prinzip, nicht nur bei diesen Gästen", sagte Rau.
Die Geschäftsführerin verwies auf die derzeit schlechte Wirtschaftslage, die auch ihr Gewerbe treffe. Seit der Euro-Einführung sei der Umsatz langsam zurückgegangen und nach der Arbeitsmarktreform Hartz IV, die Anfang dieses Jahres in Kraft trat, "wurde die negative Entwicklung noch deutlicher spürbar."
Noch im vergangenen Jahr seien in der "Villa Bijou" im Durchschnitt 150 Gäste pro Woche gewesen, jetzt seien es nur noch rund 80. Die Flaute im Rotlichtmilieu sei nicht nur in Dresden, sondern deutschlandweit zu spüren. "Je größer die Stadt, destso stärker der Einbruch", sagte Rau.
Die in der Villa arbeitenden Frauen seien kurz nach Pfingsten zu ihr gekommen und hätten ihr die Idee von den Rabatten unterbreitet. Wenn die Langzeitarbeitslosen immer schlechter gestellt werden, müsse man etwas für sie tun und ihnen entgegen kommen, lautete das Argument der elf Frauen. Neben Arbeitslosen würden aber auch Gäste aus Politik und Wirtschaft, besonders bei Parteitagen, den Weg "zu uns finden", sagte Rau.
(apa/red)
