Freitag, 20. Mai 2005

Pinochet erlitt Schlaganfall: Gesundheit von Chiles Ex-Diktator stark angeschlagen

  • Ältester Sohn: "Es war Gott sei Dank nichts Kritisches"
  • Früherer Machthaber wieder aus Spital entlassen

Der frühere chilenische Machthaber Pinochet ist nach einem leichten Schlaganfall wieder aus dem Krankenhaus entlassen worden. Der 89-Jährige wurde am Donnerstagabend nach dem Vorfall in ein Militärhospital in Santiago eingeliefert. Unter Hinweis auf seinen Gesundheitszustand haben mehrere Gerichte einen Prozess gegen den ehemaligen Militärmachthaber abgelehnt.

Der 89-Jährige hat den Angaben zufolge schon früher mindestens zwei leichte Schlaganfälle erlitten und leidet zudem unter Altersgebrechen wie Zuckerkrankheit sowie beginnender Demenz. In der Öffentlichkeit ist Pinochet nur selten zu sehen.

Laut behandelnder Ärzte sei Pinochet wegen einer "leichten Durchblutungsstörung des Gehirns" in das Militärkrankenhaus der Hauptstadt Santiago gebracht worden. Es habe außerdem der Verdacht auf Herzprobleme bestanden.

Zeitweise das Bewußtsein verloren
"Er befindet sich auf der Intensivstation, aber es war Gott sei Dank nichts Kritisches. Er hat nur zeitweise das Bewusstsein verloren", sagte sein ältester Sohn Augusto Pinochet Hiriart.

Gegen den ehemaligen Diktator liegen zahlreiche Anzeigen wegen Verbrechen während der Militärdiktatur vor. Wegen der Aktion Condor, der grenzübergreifenden Verfolgung und Ermordung von Regimegegnern, steht Pinochet unter Anklage. Vor kurzem hatte ein weiterer Richter die Aufhebung seiner Immunität im Zusammenhang mit Ermittlungen wegen Steuerhinterziehung beantragt. Pinochets Rechtsanwälte argumentieren, ihr Mandant sei für Strafprozesse zu krank. (apa/red)

20.5.2005 07:45