Montag, 16. Mai 2005

G-8-Krawalle in Genua: Nun wurde ein Prozess gegen 45 Polizisten beschlossen

  • 2001: Brutales Vorgehen gegen Globalisierungsgegner
  • Das Verfahren beginnt am 12. Oktober 2005

Das teilweise brutale Vorgehen der italienischen Polizei gegen protestierende Globalisierungsgegner bei den Krawallen beim G-8-Gipfel in Genua im Juli 2001 sorgt in Italien weiterhin für Schlagzeilen. Der Untersuchungsrichter von Genua, Maurizio De Matteis, hat am Montag einen Prozess gegen 45 Polizisten, Ärzte und Militärs beschlossen.

Die 45 Personen sollen festgenommene Globalisierungsgegner in der Kaserne Bolzaneto schwer misshandelt haben sollen. Zu den Angeklagten zählt auch ein General, Oronzo D'Oria. Der Prozess beginnt am 12. Oktober.

In den Sog der Ermittlungen um die schweren Gewalttätigkeiten bei der Durchsuchung der Hauptquartiere der No-Global-Bewegung in den Genueser Schulen Diaz und Pascoli sowie um die angeblichen Menschenrechtsverletzungen in der Kaserne Bolzaneto im Juli 2001 waren zunächst zirka 160 Polizisten geraten. Mehrere von ihnen wurden aber entlastet.

Die Vorwürfe gegen die Polizeifunktionäre sind in einem Dossier mit den Berichten Tausender Zeugen enthalten. Vernommen wurden auch mehrere Ausländer, die sich an den Protestdemos gegen den G-8-Gipfel beteiligt hatten. Danach soll ein Gericht in Genua entscheiden, ob gegen sie ein Prozess beginnen soll.

Über Misshandlungen nach der Festnahme hatten auch die 16 österreichischen Mitglieder der Theatergruppe "VolxTheater-Karawane" geklagt, die nach dem G-8-Gipfel festgenommen und drei Wochen lang in Untersuchungshaft gehalten worden waren. Ihnen wurden Verbindungen zur Anarchistengruppe Black Block vorgeworfen.

(apa)

16.5.2005 17:00