Montag, 16. Mai 2005

Feuerunglück in Schweden: Brand in Stockholmer U-Bahn ausgebrochen

  • Zwölf Passagiere mit Rauchgasvergiftung im Spital
  • Kein Anschlag: Ein Defekt verursachte den Brand

Bei einem Brand in der Stockholmer U-Bahn haben am Montag 13 Passagiere zum Teil erhebliche Rauchvergiftungen erlitten. Wie die Polizei in der schwedischen Hauptstadt mitteilte, hatte ein Fehler an den elektrischen Installationen unter einem Waggon älteren Typs das Feuer ausgelöst. Ursprüngliche Vermutungen über Brandstiftung oder einen politisch motivierten Anschlag bestätigten sich damit nicht.

Der Brand war zur Hauptverkehrszeit am Vorortbahnhof Rinkeby ausgebrochen, als die Stockholmer auf dem Weg zur Arbeit oder in die Schulen waren. Zur Unglückszeit hielten sich zwischen 300 und 500 Passagiere in dem Bahnhof auf. Der Pfingstmontag wurde erst im Vorjahr zu Gunsten einen schwedischen Nationaltages als Feiertag abgeschafft.

Zahlreiche Reisende mussten vor der heftigen Rauchentwicklung durch die Tunnelröhre flüchten. Mit Erleichterung konnte die Einsatzleitung bei den Bergungsarbeiten dann nach der systematischen Durchsuchung des kompletten Zuges sowie des betroffenen Streckenabschnittes melden, dass niemand bei dem Unglück ums Leben gekommen war. Augenzeugen berichteten, dass die Betroffenen durchweg überlegt reagiert hätten und niemand in Panik ausgebrochen sei. Zeugen vernahmen kurz vor der Einfahrt des Zuges in die Station zwei Mal einen lauten Knall.

Einer der mit Rauchvergiftungen ins Krankenhaus eingelieferten Zugpassagiere sei schwer verletzt, hieß es in den offiziellen Mitteilungen. Ein Waggon des vor 19 Jahren in den Dienst gestellten und zuletzt im April gewarteten U-Bahnzuges brannte völlig aus. Alles in allem sei das Unglück sehr glimpflich verlaufen, berichteten Feuerwehrleute im Rundfunk.

Einige Fahrgäste liefen fast zwei Kilometer durch die Tunnelröhre bis zur nächsten Station. Die Schülerin Harriet Abbas erzählte, sie habe den Rauch bemerkt, als sie die Treppe zu den Gleisen hinuntergegangen sei. "Man konnte kaum etwas sehen und nur schwer atmen. Ich bin umgekehrt und wieder hinauf gerannt", sagte das Mädchen.

(apa)

16.5.2005 21:38