Samstag, 21. Mai 2005

Schlechte Noten für die Regierung: Nur
23 Prozent finden ÖVP/BZÖ-Arbeit "Gut"

  • Studie: Für 62 % arbeitet Koalition nicht professionell
  • Sonntagsfrage: SP 42%, VP 37%, Grün 15%, BZÖ 3,5%

Eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts SORA im Auftrag der SPÖ zeigt, dass die Bewertung der Arbeit der Regierung einen Tiefpunkt erreicht hat und mehrheitlich als "mittelmäßig" (53 Prozent) und "schlecht" (23 Prozent) eingestuft wird. Nicht ganz ein Viertel gibt positive Noten (3 Prozent "ausgezeichnet", 20 Prozent "gut"). 62 Prozent der Befragten sind der Auffassung, dass die Regierung wenig oder gar nicht "professionell arbeitet".

Für diese Umfrage wurden zwischen 14. bis 24. April 1.500 Wahlberechtigten befragt. Bei der "Sonntagsfrage" kommt die SPÖ auf 42 Prozent, die ÖVP auf 37, die Grünen auf 15, die FPÖ auf 2,5 und das BZÖ auf 3,5 Prozent. Der Anteil der Unentschlossenen und Nicht-Deklarierten sei mit 18 Prozent für eine Zeit zwischen Wahlen sehr niedrig. 82 Prozent Deklarationsrate zeige, dass die Innenpolitik derzeit mit großer Aufmerksamkeit verfolgt wird, so SORA. "Der Zerfall der Regierungspartei FPÖ und dessen Ausstrahlung auf die Regierung verhindert, dass die ÖVP von den Jubiläumsfeiern profitiert", so die Interpretation der Meinungsforscher.

71 Prozent der Befragten stimmten der Aussage zu, dass es ein Fehler von Bundeskanzler Wolfgang Schüssel (V) sei, sich in der Zusammenarbeit auf Jörg Haider (B) zu verlassen. Selbst zwei Drittel der ÖVP-Wählerschaft teilten diese Ansicht.

"Diese deutliche Verschiebung zu Ungunsten der Regierungsparteien basiert aber nicht nur auf der aktuellen Situation der Regierung, sondern vor allem auch auf einer tief sitzenden Unzufriedenheit in der Bevölkerung", analysiert SORA. Hatten im Jänner 2002 noch 57 Prozent die Einschätzung, dass "die Regierung das Land in die richtige Richtung führt", sind es im April 2005 nur noch 39 Prozent. 58 Prozent der Befragten lehnen diese Aussage mittlerweile dezidiert ab.
(apa)

21.5.2005 15:24