Montag, 30. Mai 2005

Keine Zigaretten für Jugendliche unter 16:
Tabaktrafikanten rüsten alle Automaten um

  • Gesetzliche Regelung tritt ab 1. Jänner 2007 in Kraft
  • Technische Lösung: Altersprüfung per Bankomatkarte

Jugendliche unter 16 Jahren werden in Österreich bald keine Zigaretten mehr beim Automaten kaufen können. Ab spätestens 1. Jänner 2007 werden alle 8.000 Automaten mit einer elektronischen Sicherheitssperre versehen sein, die nur von Erwachsenen mit einer Bankomatkarte oder via paybox über das Handy entriegelt werden kann.

Die Automaten sind erst nach der positiv abgeschlossenen Prüfung einer Alterskennung auf der Karte oder vom Handy-Dienstleister betriebsbereit. Die Raucher können dann mit Bargeld oder Quick- Funktion bezahlen. Bei Jugendlichen unter 16 bleibt das Signal aus, das Gerät bleibt gesperrt.

Dabei brauche "niemand Angst haben, dass auf der Karte das Alter gespeichert ist", versicherte der Obmann des Bundesgremiums der Tabaktrafikanten der Wirtschaftskammer Österreich, Trinkl. Auf neuen Karten gibt es ab jetzt lediglich eine Funktion, die den Kauf ermöglicht - oder eben nicht.

Schon jetzt wird in vielen Trafiken darauf geachtet, keine Zigaretten an Jugendliche zu verkaufen - diese Geschäfte sind an einem Plakat mit einer durchgestrichenen 16 zu erkennen. Der mögliche Verdienstentgang sei für sie kein Thema, bekräftigt Trinkl: "Der Jugendschutz steht vor allem. Da geht es nicht um den Umsatz."

Die österreichischen Trafikanten werden diese Jugendschutzmaßnahme freiwillig in ihren Standesregeln festschreiben, sie kommen damit der Politik zuvor - denn ein solches Verkaufsverbot an Jugendliche gibt es bis jetzt laut Trinkl nur in wenigen Bundesländern. Damit werde auch eine EU-Empfehlung umgesetzt, die es schon seit zwei Jahren gibt. Warum die Sperre nicht noch früher umgesetzt wurde, erklärt er damit, dass die Banken früher nicht zur Anbringung einer Alterskennung auf den Bankomatkarten bereit waren. (apa)

30.5.2005 14:07