Bizarres Ergebnis: 54% der Österreicher halten einen neuen Holocaust für möglich!
- Laut Umfrage des American Jewish Commitee
60 Jahre nach dem Kriegsende brachte eine internationale Umfrage ein bizarres Ergebnis: 54 Prozent der Österreicher halten einen neuen Holocaust an den Juden für möglich. Das geht aus einer Umfrage des American Jewish Commitee (AJC) hervor, die in den USA und sechs europäischen Ländern durchgeführt wurde.
Auf die Frage: "Für wie wahrscheinlich halten Sie es, dass das jüdische Volk in den kommenden Jahren wieder Ziel eines Ausrottungsversuches werden könnte?" antworteten 44 Prozent der befragten Österreicher mit "mehr oder weniger wahrscheinlich", zehn Prozent mit "sehr wahrscheinlich" und 40 Prozent mit "eher unwahrscheinlich".
In den USA hielten 41 Prozent einen neuen Holocaust für denkbar, in Polen und Schweden waren es jeweils 40 Prozent, in Frankreich 19 Prozent, in Großbritannien 36 Prozent und in Deutschland 32 Prozent.
Die Ergebnisse der Umfrage zum Thema: "Thinking about the Holocaust 60 Years Later" ("Was denkt man über den Holocaust 60 Jahre danach"), die im März und April durchgeführt wurde, findet man auf der AJC-Homepage.
In Österreich wurden 1000 Personen befragt. 88 Prozent von ihnen konnten den Namen von Auschwitz mit einem Konzentrationslager verbinden. 41 Prozent gaben die Zahl der von den Nazis in Europa ermordeten Juden mit sechs Millionen an. 89 Prozent bezeichneten es als "essenziell" oder "sehr wichtig", dass ihre Landsleute über den Holocaust informiert würden. Laut 70 Prozent sollte die Erinnerung an die Judenvernichtung stark im öffentlichen Gedächtnis verankert sein.
42 Prozent der befragten Österreicher teilten mehr oder weniger stark die Meinung, die Juden würden die Erinnerung an den Holocaust zu ihren eigenen Zwecken ausnützen. 55 Prozent bezeichneten den Antisemitismus in Österreich als "gewisses Problem", acht Prozent sogar als "gravierendes Problem". (apa)
