Donnerstag, 19. Mai 2005

Vollgas bei der "Gumball3000": Illegale Promi-Rallye brachte Autofieber nach Wien

  • Aber weit weniger VIPs mit dabei als zuvor angekündigt
  • BILDER: 10.000 Zuseher begrüßten die Raser in Wien!

Man hat es schon bei der Fahrt in die Wiener City gemerkt - etwas mehr als üblich wurden Geschwindigkeitsübertretungen überprüft. Am Pfingstmontag standen mehr mit Radarpistolen bewaffnete Exekutivbeamte in der Bundeshauptstadt als sonst. Neben dem Pfingstverkehr war es vielleicht der Duft von Gumball3000, der über der Stadt lag. Gegen Mittag trafen die ersten Teilnehmer der illegalen Rallye - von London nach Monaco - in Wien ein, wo ein Boxenstopp eingelegt wurde.

Doch bei den laut Polizei rund 6.000 Zusehern am Josefsplatz, die sich neben Autoschauen auch ein Promischauen erhofften, machte sich Enttäuschung breit. Von den auf der Gumball3003-Homepage groß angekündigten Stars kamen eher nur die Sternchen. Filmregisseur Quentin Tarantino verweilte nicht in einem Ferrari, sondern bei den Filmfestspielen in Cannes. Er wird erst beim Ende des Rennens - in Monaco - dabei sein. Auch "Jackass"-Mastermind Johnny Knoxville blieb der österreichischen Hauptstadt fern. Er wird erst in Budapest in die Rallye einsteigen. Auch der Sänger der britischen Popband Jamiroquai, Jay Kay, wohnte nur beim Start des Gumball3000 in London bei. Einzig Schauspielerin Daryll Hannah ließ sich in Wien blicken.

33 Anzeigen erstattet
Alle Hände voll zu tun hatte die Gendarmerie in Niederösterreich im Zusammenhang mit der illegalen Rallye. Der Schwerpunkt der Einsätze lag auf der B7 und auf der Ostautobahn (A4), teilte Major Rupert Schoisswohl mit.

Demnach wurden 100 Organmandate ausgestellt, 33 Anzeigen erstattet, 27 vorläufige Sicherheitsleistungen mit einer Gesamtsumme von 7.000 Euro und 15 Ersatzmauten für die Autobahnbenützung ohne "Pickerl" eingehoben sowie drei Führerscheine wegen exzessiver Überschreitungen von Tempolimits abgenommen. Die gemessenen Höchstgeschwindigkeiten betrugen 196 km/h auf Bundesstraßen und 210 km/h auf Autobahnen, so die Gendarmerie. Verkehrsunfälle habe es "sicher auch durch das harte Einschreiten" nicht gegeben.

Begeisterung bei Schaulustigen
Die zahlreichen Schaulustigen zeigten sich dennoch begeistert. Bei jedem Aufheulen des Motors tobte die Menge. Jedes Stahlgitter bei der Hofreitschule wurde dazu genutzt, einen besseren Blick auf die heißen Gefährte zu erhaschen.

Doch während die einen Gas gaben, standen andere wegen ihnen im Stau: Durch das enorme Zuseherinteresse musste der Ring bei der Operngasse gesperrt werden. Laut ÖAMTC hatten auch die Straßenbahnen Probleme mit dem Durchkommen.

Gumball-Leader kam im Ferrari
Der erste Gumball3000, der in der Stadt ankam - der Brite Mustafa Al-Hassani in einem Ferrari Spider -, wollte von einem richtigen Rennen nichts wissen. "Es geht darum, dass wir Freude daran haben, unsere Autos zu zeigen." Probleme mit der Exekutive habe es kaum gegeben. "Seit Beginn des Rennens habe ich zwei Strafzettel für 150 Euro wegen Schnellfahrens bekommen", sagte er.

Die Rallye-Fahrer zeigten auch in Wien, dass ihre Gefährte im Griff hatten. Geschickt manövrierten sie die Fahrzeuge durch die Menge auf den Josefsplatz. Das konnte man von der Security und der Polizei mit ihrer Absperrung nicht behaupten. Spätestens als der zweite Gumball-Teilnehmer eintraf, wurden die lediglich mit einem Band gesicherte Absperrung niedergerissen. Hauteng drängten sie sich um die Mercedes und Porsches. Wirklich gute Fotos von den Autos zu machen, war kaum mehr möglich. (apa/red)

19.5.2005 10:08