Freitag, 13. Mai 2005

Samsung dementiert Interesse an krisen-geschüttelter Siemens-Handysparte

  • Motorola und Huawei denken noch über Kauf nach
  • Optionen Schließung, Sanierung, Verkauf, Kooperation

Während sich der US-Konzern Motorola sowie die chinesischen Huawei Technologies noch für die Siemens-Handysparte interessieren, hat Samsung am Freitag jegliches Interesse dementiert.

Eine Sprecherin des südkoreanischen Handyherstellers bezeichnete am Freitag Gerüchte über ein Interesse als grundlos. Ein Samsung-Manager sagte, der Konzern sei wegen der fehlenden Gewinnaussichten nicht an der Handy-Sparte von Siemens interessiert.

Im Gegensatz zu Samsung zeigten sich Motorola und Huawei weiterhin offen für den defizitären Bereich der Münchner, berichtete der "Focus". Das Magazin zitierte Motorolas Mobiltelefon-Europachef Greg Estell mit den Worten: "Wir schauen uns alle Gelegenheiten an."

Huawei-Manager Sören Pürschel sagte dem Nachrichtenmagazin: "Passen würde es. Wir haben UMTS-Handys, Siemens eine gute Marktposition." Wie das Magazin unter Berufung auf Branchenkreise berichtet, haben bereits drei nicht näher genannte asiatische Konzerne die Siemens-Sparte geprüft und abgewunken. Der chinesische Haier-Konzern komme ebenfalls nicht in Frage. "Wir sind zu klein", wurde Haier-Europachef Paolo Mainardi zitiert.

Seit Monaten halten sich Spekulationen um die Handysparte von Siemens, die zuletzt Tag für Tag mehr als eine Million Euro Verlust einfuhr. Als Optionen liegen Schließung, Sanierung, Verkauf und Kooperation auf dem Tisch. Zentralvorstandsmitglied Rudi Lamprecht hatte zuletzt jedoch erklärt, der Konzern wolle sich zunächst auf die Restrukturierung konzentrieren. (apa/red)

13.5.2005 13:05