Mittwoch, 11. Mai 2005

Wien-Wahl: Häupl macht Ernst

  • Countdown zum Showdown mit Schüssel: SPÖ gibt jetzt grünes Licht für Neuwahlen im Herbst

Neuwahl: Wie Häupl für Ende Mai den Wahl-Paukenschlag geplant hatte. Und warum er jetzt schon am 24. Mai mit den Grünen für Neuwahlen stimmen will.

Dienstag, Schlag 9 Uhr in der Wiener Löwelstraße. Die SP-Landesgeschäftsführer tagen mit den Bundesgeschäftsführern Norbert Darabos und Doris Bures. Einziges Thema der roten Wahlkampfmanager: Wann wählen die Steiermark, das Burgenland – und vor allem Wien?

Taktiken für die optimalen Wahltermine werden gewälzt. Könnte es doch noch sein, dass Wolfgang Schüssel auf Michael Häupls Angebot eines Super-Sundays mit Nationalratswahl und drei Landtagswahlen auf einen Schlag eingeht? Das Hauptproblem: Burgenlands SP braucht noch die Zustimmung entweder der Grünen oder der Blauen für den Wunschtermin Anfang Oktober. Steiermarks Rote bräuchten gar Blau, Orange und Grün, um gegen die Landes-VP einen Wunschwahltermin irgendwann zwischen Anfang und Mitte Oktober durchzuboxen.

Rote Politbombe. Die Einzigen, die allein entscheiden, sind die Wiener. Alle Augen richten sich auf Häupls Wahlkampfmanager Harry Kopietz, als der zu seiner Wortmeldung anhebt – und die Politbombe platzen lässt: Der Plan für die Wien-Wahl stehe intern längst. „Da wurde es mucksmäuschenstill im Saal“, erzählt einer der Sitzungsteilnehmer. Kopietz weiter: Michael Häupl werde am Sonntag, dem 29. Mai, in die Medien gehen – wohl via ORF-Landesstudio Wien oder „Kronen Zeitung“. Er wolle für die Woche darauf eine Sondersitzung des Landtags einberufen, in der man einen Neuwahlantrag stellen werde. Den genauen Termin – erste Möglichkeit wäre der 25. September, Wunschtermin der 23. Oktober – würde er dann bei dieser Landtagssitzung verkünden.

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11.5.2005 17:13