Konjunktur-Motor im Euro-Raum stottert:
Unternehmen & Konsumenten verunsichert
- Gedämpfte Erwartungen bei Sachgütererzeugern/ Flaue Inlandsnachfrage/ Stagnierende Einzelhandelsumsätze
Seit einigen Monaten deuten die Unternehmensumfragen im Euro-Raum und in Österreich auf eine Verlangsamung der Konjunkturerholung in der Sachgüterproduktion hin. Auf diesen Aspekt verweist das Wirtschaftsforschungsinstitut (Wifo) in seinem neuesten Monatsbericht.
Die Belebung der Exporte habe sich nicht oder nur sehr zögernd auf die Inlandsnachfrage übertragen, erläutert das Wifo. In Österreich hätten sich Exporte und Sachgütererzeugung zu Jahresbeginn noch recht günstig entwickelt, die Einzelhandelsumsätze seien jedoch in den ersten beiden Monaten 2005 angesichts der positiven Einkommenseffekte der Steuerreform enttäuschend gewesen. Der starke Preisauftrieb habe die Kaufkraft gedrückt.
Die Konjunkturverflachung, die sich laut Wifo bereits im vierten Quartal 2004 abgezeichnet hatte, habe sich zu Jahresbeginn fortgesetzt. Seit einigen Monaten schätzten die Sachgütererzeuger Auslandsaufträge und Geschäftserwartungen tendenziell etwas weniger günstig ein als im jeweiligen Vormonat.
"Vorsichtige Kaufentscheidungen"
"Trotz steigender Gewinne, die sich in hohen Körperschaftsteuereinnahmen niederschlagen, investieren die Unternehmen relativ wenig", so das Wifo. "Die privaten Haushalte bleiben trotz der Steuerreform in ihren Kaufentscheidungen vorsichtig." Die starke Energieverteuerung, der hohe Euro-Kurs und in den letzten Wochen auch der Rückgang der Aktienkurse hätten zur Verunsicherung der Unternehmen und Konsumenten beigetragen.
Der Wirtschaftspolitik gelinge es im Euro-Raum und in Japan - im Gegensatz zu den USA, Großbritannien und vielen asiatischen Ländern - nicht, einen Konjunkturaufschwung herbei zu führen. "Im Jahr 2005 befindet sich die Wirtschaft des Euro-Raums bereits das fünfte Jahr in einer ausgeprägten Schwächephase", hält das Wifo fest.
(apa/red)
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