Sonntag, 15. Mai 2005

Tschechien steht im Finale: Gegner Schweden fällt erst in der Verlängerung

  • Jagr & Co treffen im großen Endspiel auf Kanada
  • Semifinal-Partie zeigte Eishockey auf höchstem Niveau

Wien erlebt wie schon bei der Eishockey-Weltmeisterschaft 1996 ein Finale zwischen Kanada und Tschechien. Titelverteidiger Kanada setzte sich in der Stadthalle in einer mitreißenden Partie gegen Russland mit 4:3 durch, Tschechien zog am Abend mit einem 3:2 (0:0,1:1,1:1;1:0) nach Verlängerung gegen Vize-Weltmeister Schweden ins heutige Endspiel (20:15, LIVE auf networld.at!) ein. Radek Dvorak von den Edmonton Oilers schoss die Tschechen nach 64:43 Minuten ins Finale, Schweden trifft im Spiel um Bronze (16:15) auf Russland.

Bei der Heim-WM im Vorjahr war für die Tschechen bereits im Viertelfinale Endstation, Wien ist zur Freude der tausenden angereisten Fans ein besserer Boden. Dort, wo Tschechien vor neun Jahren durch einen 4:2-Erfolg über Kanada den ersten großen sportlichen Erfolg als eigenständige Nation gefeiert hat, greift die Mannschaft um Superstar Jaromir Jagr erstmals seit vier Jahren wieder nach Gold. Nach drei Jahren ohne Medaille hat Tschechien zumindest wieder Edelmetall sicher, für Rekord-Weltmeister Kanada geht es um den 24.WM-Titel.

In der mit über 8.000 Zuschauern ausverkauften Stadthalle setzte Tschechien von Beginn weg die Akzente. Doch die Mannschaft von Vladimir Ruzicka scheiterte am hervorragenden Schweden-Keeper Henrik Lundqvist, im Vorjahr zum besten Torhüter des WM-Turniers gewählt. Und als Lundqvist geschlagen war, traf Strake nur die Stange. Wenig später eine Schrecksekunde für die Tschechen, als Superstar Jaromir Jagr von einem Puck im Gesicht getroffen wurde und liegen blieb. Er konnte wenig später aber wieder weiter spielen.

In der schnellen Partie konnte sich aber auf der Gegenseite auch Tomas Vokoun einige Male auszeichnen, ehe er sich in der 32. Minute doch geschlagen geben musste. Jonas Höglund von den Toronto Maple Leafs verwertete einen Abpraller zur 1:0-Führung für das "Drei-Kronen-Team". Dreieinhalb Minuten später musste auch Lundqvist hinter sich greifen, gegen den Schlagschuss von Petr Cajanek, Teamkollege von Reinhard Divis bei den St. Louis Blues, ins Kreuzeck war er chancenlos.

Im Schlussdrittel brachte brachte Straka die Tschechen in Führung. Der Stürmer der Los Angeles Kings verlängerte einen Schuss von Vaclav Prospal in Baseball-Manier volley aus der Luft zum 2:1 (46.). Der Puck war erst zu Straka gekommen, weil Henrik Zetterberg beim Pressschlag der Stock gebrochen war.

Die vom ehemaligen VEU Feldkirch-Star Bengt-Ake Gustafsson betreuten Schweden kämpften sich zurück und kamen durch eine Kombination der Sedin-Zwillinge zum Ausgleich. Henrik passte zu Daniel, der den Puck aus kurzer Distanz in den Kasten hob. Daniel Sedin verwertete damit die sechste Powerplay-Chance der in Überzahl nicht überzeugenden Schweden. In der Overtime waren die Skandinavier am Drücker, doch Dvorak gelang mit einem Kracher der Siegestreffer, den Schiedsrichter Rick Looker erst nach Video-Studium gab. (apa/red)

15.5.2005 08:08