Kanada steht im Finale! Nach 4:3-Thriller gegen Russland heute gegen Tschechien
- Ahornblätter führten nach 1. Drittel bereits mit 3:0
- Das Endspiel LIVE: Ab 20:15 Uhr auf networld.at!
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Titelverteidiger Kanada ist mit einem knappen 4:3 nach 4:0-Führung über Russland in das Endspiel der 69. Eishockey-WM eingezogen. Der 23-fache Weltmeister, der nach Helsinki 2003 und Prag 2004 den Titel-Hattrick anstrebt, fügte den Russen in einem wahren Eishockey-Thriller die erste Niederlage des Turniers zu und verlängerte eine eindrucksvolle Serie.
Seit der Vorrunde in Wien 1996 (4:6) haben die "Ahornblätter" kein WM-Spiel gegen Russland verloren. Kanada trifft heute im Finale (20:15 Uhr, LIVE auf networld.at!) auf Tschechien. Russland wartet weiter auf das erste WM-Gold seit 1993.
Die Kanadier, die sich mit einem ebenfalls hart erkämpften 5:4 über die Slowakei für die Runde der besten Vier qualifiziert hatten, setzten das Team von Wladimir Krikunow von Beginn an unter Druck, spielten die russischen Verteidigungslinien phasenweise schwindlig. Vor den Augen des russischen Außenministers Sergej Lawrow, der anlässlich der Staatsvertragsfeierlichkeiten in Wien weilte, sorgte Wade Redden von den Ottawa Senators mit dem 1:0 nach nur 98 Sekunden für einen kanadischen Traumstart. Der Verteidiger verwandelte nach unglücklicher Abwehr des russischen Goalies Sokolow den eigenen Rebound zu seinem zweiten Treffer des laufenden Turniers.
Verteidigungsschwächen der Russen
Der Olympiasieger von Salt Lake City 2002 setzte nach, nützte die Verteidigungsschwächen der Russen und erhöhte auf 2:0 (5:46). Sheldon Souray, Verteidiger der Montreal Canadiens, schloss einen herrlichen Konter nach idealer Vorarbeit von Thornton erfolgreich ab. Nachdem Boyle (8.) noch die Latte getroffen hatte, führte Superstar Dany Heatley (Atlanta Thrashers) in Fünf-gegen-drei-Überzahl mit seinem dritten WM-Tor nach 10:37 Minuten bereits die vermeintliche Vorentscheidung herbei. Der zweifache Stanley-Cup-Sieger Martin Brodeur (New Jersey Devils), der das Goalie-Duell mit Sokolow klar gewann, verlieh seinem Team zusätzlichen Rückhalt.
Auch das Mitteldrittel begann mit schönen Kombinationen der Mannschaft von Headcoach Marc Habscheid. Eine davon führte zum 4:0 durch Ed Jovanovski (21:40), der im Powerplay traf. Boston Bruins-Stürmer Joe Thornton leistete dabei seine dritte Vorlage des Spiels und erhöhte sein Assist-Konto auf zehn. In der Folge kam Russland besser ins Spiel, scheiterte aber zunächst immer wieder an Brodeur. Semin (34:22) traf schließlich mit einem platzierten Schuss ins Kreuzeck zum 1:4. New York Islanders-Star Jaschin (39:18) verkürzte für die vom ersten Torerfolg beflügelten Russen noch vor der zweiten Pause auf 2:4.
Dramatisches Schlussdrittel
Das Schlussdrittel war an Dramatik kaum zu überbieten. Vor allem die russische Sturmlinie Malkin, Afinogenow, Owetschkin sorgte immer wieder für Gefahr, Kanada wurde zunehmend in die Defensive gedrängt. Der 3:4-Anschlusstreffer durch Owetschkin (46:27) nach herrlichem Assist von Afinogenow war die logische Folge. Die Russen drängten auf den Ausgleich, dominierten die Schlussphase ähnlich wie die Kanadier den Beginn des Spiels. Mit Glück und Brodeur retteten die Kanadier, denen zwei Minuten vor Schluss noch ein Treffer wegen Abseits aberkannt wurde, den hauchdünnen Vorsprung über die Zeit.
(apa)
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