ÖEHV nach Abstieg auf Suche nach neuem Weg: Gegner in Division I stehen jetzt fest
- Polen, Niederlande, Litauen, Estland und Kroatien
- Finanzielle Einbußen in der Höhe von 64.754 Euro
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Während die besten acht Nationen der Welt bei der Eishockey-WM in Wien und Innsbruck mit dem Viertelfinale in die entscheidende k.o.-Phase starten, herrscht bei den Gastgebern Katzenjammer. Nach dem neuerlichen Abstieg bei einer Heim-WM nach 1996 steht der österreichische Verband (ÖEHV) sportlich und finanziell vor schwierigen Aufgaben.
Sportlich geht es für das Nationalteam in der Division I mit neuer Führung gegen Polen, Niederlande, Litauen, Estland und Kroatien um den Wiederaufstieg, bestätigte ÖEHV-Präsident Dieter Kalt. Das Turnier, aus dem nur der Sieger aufsteigt, wird am Freitag vergeben, beworben sollen sich Litauen, Estland und Kroatien haben. Österreich wird sich auf Grund der Kosten von rund 250.000 Euro nicht bewerben.
Denn finanziell hat der ÖEHV ohnehin große Einbußen zu verkraften. 113.320 Euro (175.000 Schweizer Franken) gab es in den vergangenen Jahren an Prämie vom internationalen Verband (IIHF) für den Einzug in die Zwischenrunde. Heuer sind es um 64.754 Euro (100.000 Franken) weniger, für die Absteiger werden je 48.566 Euro (75.000 Franken) ausgeschüttet. Da der Gewinn der WM zweckgebunden an die Stiftung zur Förderung des Nachwuchses, sind auch die Mittel aus der Organisation nicht frei verfügbar.
Verbandspräsident Kalt wird sich mit diesen Vorgaben auf die Suche nach einem neuen Teamchef machen. Unmittelbar nach dem Abstieg hat er angekündigt, den auslaufenden Vertrag mit Herbert Pöck nicht zu verlängern. "Man braucht nicht diskutieren, es werden neue Wege beschritten. Der Funke zwischen den Trainern und der Mannschaft ist nicht übergesprungen, das hat nicht harmoniert. In der Gesamtheit hat es nicht funktioniert, die Mannschaft ist nicht als Team aufgetreten. Es sind viele Mosaiksteinchen, die nicht gepasst haben, damit es klappt", erklärte er.
"So schnell wie möglich wieder aufsteigen"
Dies sei nicht neu, so Kalt, die Erfolge der vergangenen zwei Jahre hätten diese Probleme aber übertüncht. Als Ziel gibt er klar vor: "So schnell wie möglich wieder aufsteigen, das Potenzial für die A-Gruppe hätten wir, und gleichzeitig ein intensives Nachwuchsprogramm fahren". Vielleicht wird dies von einem Mann bewerkstelligt werden. "Ich könnte mir einen Mann für den Nachwuchs vorstellen, der auch das A-Team macht", sagte Kalt und erteilt der Möglichkeit eines hauptamtlichen Teammanagers eine Absage.
Der neue Teamchef wird zum überwiegenden Teil auf das aktuelle, ohnehin großteils junge Team zurückgreifen können. Aus dem WM-Team scheinen lediglich Emanuel Viveiros, Gerald Ressmann und Mario Schaden kein Thema mehr für das Unternehmen Wiederaufstieg zu sein. Dafür wird auf Verstärkung aus der langen Ausfallsliste spekuliert. Welche Legionäre aus Amerika und Skandinavien letztlich kommen können, hängt vom sportlichen Erfolg ihrer Klubs und vom Zeitpunkt des Division I-Turniers ab.
Kapitän Dieter Kalt wird trotz des Abstiegs sicher zur Verfügung stehen, auch der 200-fache Rekord-Teamspieler Martin Ulrich hat die einmal geäußerte Absicht, die Teamkarriere zu beenden, revidiert. Die Enttäuschung war beiden ins Gesicht geschrieben. "Es schaut natürlich katastrophal aus, dass wir abgestiegen sind. Sicherlich haben wir viele Ausfälle gehabt. Aber die Spieler, die da waren, allen voran ich als Kapitän, haben nicht die Leistung gebracht, die man von ihnen erwartet hat", sagte Kalt. Martin Ulrich suchte ebenfalls nicht nach Ausreden: "Wir haben im gesamten Turnier nie unsere Leistung über 60 Minuten gebracht, die Konstanz hat uns gefehlt." (apa/red)
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