Nach 2:6 gegen Slowenien: Der Abstieg besiegelte Abschied von Teamchef Pöck
- Kritik an Qualität aber: "Nehme alles auf meine Kappe"
- Nach guten Erfolgen folgte 2005 der totale Absturz
·Österreich muss in B-Gruppe absteigen
Bitteres 2:6-Debakel gegen
Slowenien in Innsbruck
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Einen echt österreichischen Weg hat der Eishockey-Verband im Juni 2002 eingeschlagen. Der Anteil der Austro-Kanadier wurde stetig und auf ein Minimum reduziert, junge heimische Spieler drängten ins Team, 22 Jahre nach Walter Znenahlik wurde wieder ein Österreicher Teamchef der Nationalmannschaft. Herbert Pöck wurde damals zum Nachfolger von Ron Kennedy bestellt, nach dem Abstieg bei der Heim-WM ist die Zeit des 48-jährigen Kärntners an der Spitze des Teams vorbei.
Mit Platz zehn in Finnland hatte Pöck mit seinen Assistenten Lars Bergström und Jorma Siitarinen sportlich einen guten WM-Einstand, allerdings tat sich eine Kluft auf, als der Teamchef von einem nächtlichen Ausflug von Spielern berichtete. Doch nach der starken WM 2004 in Prag mit einem Remis gegen Kanada waren die Diskussionen verstummt, ehe heuer der tiefe Fall mit der verpassten Olympia-Qualifikation beim Turnier im Februar in Klagenfurt und dem Abstieg bei der Heim-WM folgte. Pöck: "Es ist alles runter gegangen."
Hauptgründe waren für Pöck die zahlreichen Ausfälle der verletzten Leistungsträger Reinhard Divis, Claus Dalpiaz, Christoph Brandner, Thomas Koch, Philip Lukas und Mark Szücs sowie Thomas Vanek (spielt im AHL-Plaoff), die nicht zu ersetzen waren. "Ich habe geglaubt, es schaut in der Breite besser aus. Sieben, acht Spieler sind nicht hier, die anderen waren nicht in der Lage, das aufzufangen. Für uns waren sie qualitativ nicht zu ersetzen. Bei den Torhütern fängt es an, auch im Sturm waren wir weit weg", sagt Pöck.
Pöcks "qualitativ sicher schwächste Mannschaft" seiner Zeit
Und er spricht vom WM-Team 2005 von der "qualitativ sicher schwächsten Mannschaft" in seiner Zeit. "Mit jeder Verletzung sind die Sorgen der Verantwortlichen zum Quadrat gestiegen". Doch auch die anderen Führungsspieler "waren nicht in der Lage, diese Leistungen zu bringen, andere mitzureißen. In dem Moment, wo das Dänemark-Spiel (3:4 nach 3:1-Führung) gekippt ist, waren wir mental nicht stark genug", so der scheidende Teamchef. Lediglich die Linie mit Roland Kaspitz, Markus Peintner (die mit Robert Lukas auch zu den drei besten Spielern der Österreicher gewählt wurden) und Chris Harand hat gut gespielt und ihre Aufgaben erledigt, auch wenn vor dem gegnerischen Tor oft erfolglos.
Die lange heimische Meisterschaft wollte er nicht als Grund nennen, warum viele Spieler nicht ihre Leistung brachten. Die körperlichen Defizite allerdings schon. "Alle anderen Mannschaften sind kräftiger, schwerer, das müssen wir zulegen. Und in den Klubs fehlt die Konkurrenz, um sich weiter zu entwickeln."
"Ich nehme alles auf meine Kappe
Pöck nahm die Spieler in die Pflicht, Verantwortung zu übernehmen für das, was sie auf dem Eis bringen. "Aber dass die Mannschaft nicht gut genug war, dafür tragen auch die Trainer Verantwortung. Im Prinzip nehme ich als Headcoach alles auf meine Kappe, das schief gelaufen ist. Man kann davon ausgehen, dass der nächste Teamchef nicht Pöck heißen wird", bestätigt er das Ende seiner Teamchef-Tätigkeit. "Dass der Vertrag ohnehin aus ist, erspart mir jegliche Theatralik." (apa/red)
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