Kurzbesuch im Irak: US-Außenministerin Rice reist überraschend ins Krisengebiet
- Neue Anschläge fordern mehr als 30 Menschenleben
- US-Streitkräfte schließen Offensive nahe Syrien ab
Bei einem überraschenden Besuch im Irak hat sich US-Außenministerin Condoleezza Rice für eine politische Lösung der Krise ausgesprochen. Allein mit militärischen Mitteln könne der Aufstand nicht bezwungen werden, sagte Rice in der nordirakischen Stadt Saladhin. Anschließend flog sie zu Gesprächen mit der neuen Regierung nach Bagdad.
Wichtig sei, dass den Menschen eine politische Alternative geboten werde, sagte Rice bei ihrem ersten Irak-Besuch als Außenministerin. Die Fortschritte im politischen Prozess seien beachtlich, benötigten aber auch Zeit. Rice traf in Saladhin mit dem Vorsitzenden der Demokratischen Partei Kurdistans (DPK), Massud Barzani zusammen. Den schiitischen Politiker Jaafari wollte Rice am Nachmittag in Bagdad treffen.
Bei Anschlägen am Wochenende kamen im Irak erneut mehr als 30 Menschen ums Leben. In Bagdad wurden im schiitischen Stadtteil Sadr die Leichen von 13 Männern gefunden. Sie wurden am Wochenende mit verbundenen Augen erschossen. Bei zwei Überfällen aus einem fahrenden Auto heraus wurden am Sonntag ein hoher Beamter des Industrieministeriums, dessen Fahrer sowie ein schiitischer Geistlicher getötet. Am Samstag fiel ein Beamter des Außenministeriums einem Mordanschlag zum Opfer.
Bei zwei Selbstmordattentaten in der Stadt Bakuba kamen mindestens vier Menschen ums Leben, 37 wurden verletzt. Der erste Anschlag richtete sich auf einen Konvoi des Gouverneurs der Provinz Diyala, Raed Rashid Hamid al Mullah Dschawad, der nach Polizeiangaben unverletzt blieb.
Unterdessen schlossen die US-Streitkräfte ihre Offensive gegen Aufständische im Grenzgebiet zu Syrien ab. Während des sieben Tage dauernden Einsatzes seien 125 Rebellen getötet und 39 gefangen genommen worden, hieß es. Die eigenen Verluste wurden mit neun Toten und 40 Verletzten angegeben. Der Einsatz mit der Bezeichnung Operation Matador richtete sich vor allem gegen Anhänger der Terrorbewegung von Al-Zarqawi. Mit ihrem Vorgehen reagierten die US- Streitkräfte auf die Eskalation der Gewalt in den vergangenen Wochen. (apa)
