Sonntag, 15. Mai 2005

Plädoyer gegen den Rassismus: Papst Benedikt XVI. feiert erste Pfingstmesse

  • 21 Diakone wurden vom Pontifex zu Priestern geweiht
  • Wetter: Neuer Papst brachte Bewegung in die Kirche

Papst Benedikt XVI. hat am Sonntag im voll besetzten Petersdom seine erste Pfingstmesse zelebriert. In seiner Predigt ging der Pontifex vor allem auf das Verständnis von Freiheit ein: "Die menschliche Freiheit ist immer eine geteilte Freiheit, eine Gesamtheit von Freiheiten", sagte Joseph Ratzinger. Um diese gemeinsame Freiheit zu erreichen, sei "eine geordnete Harmonie der Freiheiten" unbedingte Voraussetzung. Deshalb seien die Zehn Gebote Gottes auch "keine Einschränkung oder Abschaffung der Freiheit, sondern die Grundlage der wahren Freiheit".

Zudem unterstrich Benedikt die Rolle der Kirche, "die die Grenzen zwischen den Völkern öffnen und die Barrieren zwischen den Klassen und Rassen niederreißen muss". Nach der Messe zeigte sich der Papst am Fenster des Apostolischen Palastes und wünschte nach dem traditionellen Mittagsgebet tausenden Gläubigen auf dem Petersplatz ein frohes Pfingstfest.

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Karl Lehmann, warnte in seiner Pfingstpredigt vor einem Missbrauch von Freiheit. "Wir berufen uns oft auf die Freiheit, verbergen aber darunter unsere Willkür", sagte der Bischof im Mainzer Dom. "Zur Freiheit gehört es, das man sich und seine selbstsüchtigen, egozentrischen Tendenzen überwindet und über sich hinausdenkt."

Der Limburger Bischof Franz Kamphaus wandte sich gegen eine "Verlieblichung" Gottes. "Den Gott, der umstandslos zu unseren Wünschen und Träumen passt, gibt es im Christentum nicht." Der Erzbischof von München und Freising, Kardinal Friedrich Wetter, lud in seiner Predigt die Menschen dazu ein, die Botschaft des Christentums anzunehmen. Der Mensch könne nur im Glauben bleibende Erfüllung finden.

Das Pfingstfest bezeichnet den 50. Tag nach Ostern (vom griechischen "pentecosté" = 50). Im christlichen Kirchenjahr wird zu Pfingsten die 50 Tage dauernde österliche Freudenzeit beendet. Gefeiert werden die Herabsendung des Heiligen Geistes und die Gründung der Kirche. In den Ostkirchen gilt es zudem als Fest der Heiligen Dreifaltigkeit.

Die Amtseinführung von Papst Benedikt XVI. hat nach Auffassung von Kardinal Friedrich Wetter in aller Welt Bewegung in die Kirche gebracht. Diese sei auch nach 2000 Jahren noch jung, sagte der Erzbischof von München und Freising am Sonntag in seiner Pfingstpredigt im Münchner Liebfrauendom. Er lud die Menschen dazu ein, die Botschaft des Christentums anzunehmen. Der Mensch könne nur im Glauben bleibende Erfüllung finden. "Wir Menschen sind so groß angelegt, dass wir uns selbst nicht genügen", sagte der Kardinal.

(apa/red)

15.5.2005 14:43