Vatikan: William Levada sieht sich mehr als "Cocker Spaniel" denn als "Rottweiler"
- Anspielung an seinen Vorgänger Joseph Ratzinger
- Neo-Präfekt der Glaubens-kongregation konservativ
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Der neue Präfekt der Glaubenskongregation, William Levada, hat seine neue Rolle als oberster Hüter des Glaubens mit Humor kommentiert: "Ich sehe mich mehr als Cocker Spaniel denn als Rottweiler", scherzte der Erzbischof von San Francisco am Freitag nach dem Bekanntwerden seiner Ernennung durch Papst Benedikt XVI. bei einer Pressekonferenz in San Francisco. Sein Vorgänger in dieser Funktion und nunmehrige Papst war wegen seiner strengen Haltung manchmal als "Gottes Rottweiler" bezeichnet worden.
Levada, der die Funktion von Benedikt übernehmen wird, gilt in den USA als Konservativer aber nicht als erzkonservativ. Bei seinem jahrelangen Wirken in der liberalen Stadt San Francisco hat er seine konservativen Positionen nicht aufgegeben. Den Bemühungen zur Einführung der Homosexuellen-Ehe in Kalifornien war er vehement entgegengetreten. Allerdings hat er auch eingeräumt, dass in seiner Diözese viele katholische Homosexuelle leben: "Ich habe versucht ihnen ein guter Pastor zu sein, aber als Bischof muss ich mich an die katholische Lehre halten".
In der vor den vergangenen US-Präsidentschaftswahlen diskutierten Frage, ob die Kirche jenen katholischen Politikern die die straflose Abtreibung befürworten die Kommunion verweigern solle hatte Levada eine gemäßigt-konservative Haltung bezogen. Bevor er einem Politiker die Kommunion verweigere würde er versuchen mit ihm ein fruchtbares Gespräch zu führen, hatte er gemeint.
"Papst Benedikt möchte ein Auge auf dissidente Theologen und liturgische Neuerungen in den USA haben", meinte der katholische Autor David Gibson gegenüber dem "San Francisco Chronicle". Amerika gelte als Vorbote von für Papst Benedikt beunruhigenden Experimenten. Erzbischof Levada kenne die US-Kirche und wisse, welche Kämpfe man führen müsse und welche nicht.
Levada werde den liberalen US-Katholiken nicht gefallen, meinte auch Paul Murphy, Direktor eines katholischen Studienzentrums an der Universität von San Francisco. In den USA leben 65 Millionen Katholiken, weltweit gibt es rund 1,1 Mrd. Katholiken.
(apa/red)
