Freitag, 13. Mai 2005

Neuer Konflikt? Israels Armeechef droht Iran indirekt mit Angriff auf Atomanlagen

  • Yaalon: "Immer Antworten auf Bedrohungen gefunden"

Der israelische Generalstabschef Moshe Yaalon hat den Iran indirekt mit einem Angriff gegen seine Atomanlagen gedroht. "Israel hat immer Mittel gefunden, um auf Bedrohungen zu antworten (...). Ich hoffe, dass der auf den Iran ausgeübte Druck Wirkung zeigt", sagte Yaalon im Militärradio. Yaalon machte keine genaueren Angaben über mögliche Absichten Israels.

Vor Yaalons Äußerungen hatte Außenminister Silvan Shalom bekräftigt, dass der Iran in der Lage sei, in sechs bis neun Monaten eine erste Atombombe zu bauen. Man müsse die Ankündigungen Teherans ernst nehmen, dass es die Vorbereitungen zur Urananreicherung wieder aufnehmen wolle.

Derzeit stocken die Verhandlungen der Europäischen Union mit dem Iran über den Stopp seines Atomprogramms. Die Europäer verlangen die vollständigen Einstellung der Urananreicherung, der Iran will darüber nicht verhandeln. Seit der letzten Verhandlungsrunde am 29. April droht der Iran mit der teilweisen Wiederaufnahme des Atomprogramms. Bei einem Scheitern der Verhandlungen fordern vor allem die USA seit langem, dass der UN-Sicherheitsrat angerufen wird. Seit einigen Monaten vertritt auch die EU diese Position. Washington verdächtigt Teheran, mit seinem Atomprogramm unter dem Deckmantel der zivilen Nutzung militärische Ziele zu verfolgen. Der Iran streitet dies ab.

(apa)

13.5.2005 13:33