Deutschland: Mehrheit der Kinder zwischen elf & 19 Jahren hält Politiker für mächtig
- Umfrage: Einschätzung der Leistung ist unterschiedlich
- Warum bekommen Politiker zuerst Karten für die WM?
Gut zwei Drittel der Kinder in Deutschland glauben, dass Politiker große Macht haben. Etwa jedes achte Kind ist der Ansicht, dass sie sogar zu viel Einfluss besitzen, wie eine Umfrage der Zeitschrift "Eltern for Family" unter 1.553 Kindern und Jugendlichen zwischen elf und 19 Jahren ergab. Dabei sind die Einschätzungen, wie Politiker mit ihrer Macht umgehen, durchaus unterschiedlich. Gut 14 Prozent meinen, sie sollten mehr auf das Volk hören, und 13 Prozent fordern mehr Frauen in der Politik.
Die zum Teil geäußerte Unzufriedenheit mit der Arbeit der Volksvertreter hat ihre Ursache offenbar oft auch in deren Privilegien. Manchmal nutzten sie ihre Macht einfach aus, sagte eine 14-Jährige dem Blatt: "Beispiel Eintrittskarten für die Fußball-WM. Warum bekommen Politiker zuerst Karten? Alle haben doch ein Recht darauf." Und ein 15-jähriger Realschüler ist der Auffassung, dass man "ja manchmal was von Steuerhinterziehung" höre und die Anklage aber oft recht milde ausfalle: "Wir gewöhnlichen Bürger kämen sicher nicht so davon." Eine Gesamtschülerin wirft den Volksvertretern sogar Realitätsverlust vor.
Einige Jugendliche sind jedoch auch der Ansicht, dass die Politiker gar nicht mehr so viel Einfluss haben, wie geglaubt. Ein 17-Jähriger findet: "Die wahren Herrscher sitzen in der Wirtschaft." Das Volk hat aus seiner Sicht gar keine Macht. Eine 17-Jährige wünscht sich künftig auch mehr Frauen in der Politik und fragt: "Wann gibt es endlich eine Bundespräsidentin und eine Bundeskanzlerin?"
(apa/red)
