Mittwoch, 11. Mai 2005

Flüchtlingsdrama vor Italiens Küste: Hunderte Boote von Küstenwache gestoppt

  • 400 Immigranten waren auf Holzbooten unterwegs
  • Aufnahmelager sind jetzt völlig überfüllt

Eine neue Flüchtlingswelle hält Sizilien in Schach. Die Küstenwache hat binnen 24 Stunden über 400 Flüchtlinge südlich der Insel Lampedusa aufgegriffen. Nach Angaben der Behörden waren die Immigranten auf Holzbooten unterwegs. Die Flüchtlinge kamen zunächst in das Aufnahmelager einer Wohltätigkeitsorganisation auf Lampedusa. Anschließend sollten sie nach Porto Empedocle auf Sizilien gebracht werden, wo über ihre Zukunft entschieden werden soll.

Die Menschenschmuggler nutzen das schöne Wetter, um die relativ kurze Strecke zwischen Tunesien und Lampedusa mit Hunderten von Immigranten zu überqueren, berichtete die Küstenwache. Die Flüchtlinge stammen mehrheitlich aus Nordafrika.

Das Aufnahmelager von Lampedusa, das ursprünglich für 150 Menschen gedacht war, ist wieder einmal völlig überfüllt. Ein Teil der Immigranten wurde mit Flugzeugen nach Sizilien gebracht. Die Behörden der kleinen Insel zwischen Sizilien und Tunesien appellierten an die Regierung in Rom, Notstandsmaßnahmen zur Einschränkung der Flüchtlingswelle zu ergreifen. Der Menschenhandel floriere dank krimineller Organisationen, die immer aggressiver werden.(apa/red)

11.5.2005 10:02