Hacek entfernt & Tafel übersprüht: Erster Zwischenfall bei neuen Kärntner Ortstafeln
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Nur wenige Stunden nach der friedlich und mit Appellen um Gemeinsamkeit verlaufenen Aufstellung von neuen zweisprachigen Ortstafeln in Kärnten ist es am Donnerstag und in der Nacht auf Freitag zu ersten Zwischenfällen gekommen. In Schwabegg, wo beim slowenischen Namen Zvabek der Hacek vergessen und dann provisorisch mit Hilfe eine Klebebandes ergänzt worden war, wurde dieses Zeichen wieder entfernt, in Ludmanndorf wurde eine Ortstafel übersprüht.
Das Fehlen des Hacek auf den neuen Ortstafeln in Schwabegg in der Gemeinde Neuhaus (Bezirk Völkermarkt) war Donnerstag am Morgen kurz vor dem Eintreffen der Ehrengäste unter Bundeskanzler Wolfgang Schüssel (V) und Landeshauptmann Jörg Haider (B) bemerkt worden. Ein Gemeindearbeiter schnitt daraufhin aus einer schwarzen Folie das fehlende Zeichen aus und klebte es auf die Tafeln. Offenbar noch am späten Nachmittag wurden aber bei einer der Tafeln sowohl auf der Vorder- als auch Rückseite die Haceks wieder entfernt.
Entdeckt wurde der Akt Freitag gegen 7.30 Uhr von einer Gendarmeriestreife. Auch seitens der Exekutive wird vermutet, dass die in der slowenischen Sprache erforderlichen Zeichen noch am Donnerstag entfernt wurden. Während der Nacht habe es keine Auffälligkeiten gegeben. Ob es sich bei dem Entfernen des Haceks um eine böswillige Provokation oder nur um einen Lausbubenstreich handelt, war am Freitag allerdings unklar.
Mit silberner Farbe übersprüht
In Ludmannsdorf im Bezirk Klagenfurt-Land, wo am Donnerstag in den Ortschaften Niederdörfl/Spodnja Vesca, Edling/Kajzaze und in Bach/Potok zweisprachige Schilder angebracht worden waren, meldete die Gendarmerie Freitag in der Früh das Übersprühen einer Ortstafel mit silberner Farbe. Konkret wurde die schon seit vielen Jahren bestehende Ortstafel "Ludmannsdorf/Bilcovcs" am westlichen Ortsausgang verunziert. Da es sich aber um eine lösliche Farbe handelte, wurde sie rasch wieder abgewaschen.
Keine Zwischenfälle gab es hingegen in Windisch-Bleiberg in der Stadtgemeinde Felach, wo es am Donnerstag anlässlich der Enthüllung der zweisprachigen Tafel einen großen Festakt im Beisein Schüssels und Haiders sowie von Vertretern der Landesregierung, der Slowenen-Organisationen und der Kärntner Heimatverbände gegeben hatte. Dort war die deutsch-slowenische Tafel Freitagmorgen unberührt.
Der Leiter des Amtes für Verfassungsschutz in Kärnten, Helmut Mayer, sieht in den Vorfällen von Schwabegg und Ludmannsdorf "reinen Aktionismus", einen Hinweis auf gröbere Ausschreitungen ortet er hingegen nicht. Es handle sich aber offensichtlich um eine Protestaktion, sagte Mayer im Gespräch mit der APA. Weiters teilte er mit, dass die neuen Ortstafeln jetzt von der Exekutive permanent im Auge behalten würden. Wegen der Verunstaltung der beiden Tafeln in Schwabegg und Ludmannsdorf wurde Anzeige gegen unbekannte Täter erstattet.
(apa/red)
