"Nicht uninteressant" - Rotes Kreuz würde
auch ausländische Zivildiener beschäftigen
- Caritas-Präsident Küberl lehnt hingegen kategorisch ab
- SPÖ wirft Prokop "Lohndumping" im Sozialbereich vor
Grundsätzlich "nicht uninteressant" ist für den Generalsekretär des Roten Kreuzes, Wolfgang Kopetzky, die im Begutachtungsentwurf des neuen Zivildienstgesetzes vorgesehene Möglichkeit, dass auch Bürger des Europäischen Wirtschaftsraumes in Österreich Zivildienst leisten können.
Im Ö1-"Morgenjournal" begründete er dies mit dem Mangel an Pflegepersonal. Kopetzky könnte sich "ohne weiteres vorstellen", dass das Rote Kreuz auch freiwillige Zivildiener aus Tschechien oder der Slowakei beschäftigt.
Caritas-Präsident Franz Küberl lehnt das hingegen kategorisch ab. Für ihn kann es sich bei diesem Vorschlag nur um ein "rechtliches Missverständnis" handeln.
Die Arbeiterkammer hatte am Donnerstag kritisiert, dass dadurch Billig-Arbeitskräfte nach Österreich kommen könnten. Vertreter aller Parteien hatten sich gegen einen möglichen Missbrauch gewandt und Innenministerin Liese Prokop (V) hatte angekündigt, diese Bestimmung noch einmal zu überprüfen.
"Billige, nicht ausgebildete Arbeitskräfte"
Die SPÖ wirft Innenministerin Liese Prokop vor, über den Zivildienst "Lohndumping" im Sozialbereich betreiben zu wollen. Bundesgeschäftsführer Norbert Darabos sprach am Freitag bei einer Pressekonferenz von einem "wirklichen Skandal". Werde der Prokop-Entwurf umgesetzt so könnten "billige, nicht ausgebildete Arbeitskräfte" aus osteuropäischen Ländern unter Umgehung von Übergangsfristen und ohne Beschäftigungsbewilligung in Österreich arbeiten, meinte Darabos. Hier werde Lohndumping über die "Hintertür" betrieben. Darabos glaubt, dass das Innenministerium den Passus ganz bewusst gewählt hat und dem Druck des Roten Kreuzes stattgegeben hat.
(apa)
