Dienstag, 19. April 2005

Zeugin wieder mit schweren Vorwürfen: Michael Jackson 'hielt die Welt zum Narren'

  • Mutter von angeblichem Opfer ereneut im Kreuzverhör
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Im Missbrauchsprozess gegen Michael Jackson hat die Mutter des angeblichen Opfers dem Popstar vorgeworfen, er habe mit seiner vermeintlichen Kinderliebe "die Welt zum Narren gehalten". Vor dem Gericht im kalifornischen Santa Maria sagte die 37-Jährige, Jackson sei nicht das, was er die Welt glauben machen wolle.

Es sei ihm gar nicht darum gegangen, sich um Kinder zu kümmern. Vielmehr gehe es ihm allein darum, "was er mit den Kindern tut". Jacksons Anwalt Tom Mesereau nahm die 37-Jährige, die als Schlüsselzeugin der Anklage gilt, zum zweiten Mal während des Verfahrens ins Kreuzverhör und brachte sie mehrfach in Bedrängnis.

Jackson ist angeklagt, zwischen Februar und März 2003 den damals 13-jährigen krebskranken Sohn der Frau mit Alkohol gefügig gemacht und sich dann an ihm vergangen zu haben. Außerdem soll er den Buben und seine Familie auf seiner "Neverland"-Ranch gegen deren Willen festgehalten haben. Im Falle einer Verurteilung drohen dem einstigen "King of Pop" bis zu 20 Jahre Haft. Der 46-jährige Sänger bestreitet alle Vorwürfe.

Die Mutter warf dem Popstar "kriminelles Verhalten" vor. Den Gerichtssaal versetzte sie mit ihrer Aussage in Staunen, sie habe Angst gehabt, dass Jackson ihre Kinder in einen Heißluftballon stecken, in den Himmel aufsteigen und so verschwinden lassen könnte. Jackson-Verteidiger Mesereau fragte die Zeugin daraufhin, ob sie die örtlichen Sheriffs über diese Sorge informiert habe. Daraufhin antwortete sie, die Sache mit dem Ballon sei nur eine der Varianten gewesen, mit denen die Handlanger Jacksons das Verschwinden ihrer Kinder angedroht hätten.

Auf mehrere von Mesereaus Fragen wich die Mutter des angeblichen Opfers aus. "Ich verstehe Ihre Frage nicht" oder "Ich verstehe nicht, was Sie meinen", sagte die Frau mehrfach. Mesereau versucht, von der Zeugin das Bild einer geldgierigen "Profi-Klägerin" zu zeichnen, die bereits in anderen Verfahren unter Eid gelogen und ihre Kinder zu Falschaussagen getrieben habe, um auf diese Weise Geld zu erstreiten. (apa/red)

19.4.2005 10:37

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