Montag, 18. April 2005

Geld ist wieder weniger wert: Inflation stieg in Österreich im März auf 2,9 Prozent

  • Fast halbe Teuerung durch Wohnen, Wasser & Energie
  • Harmonisierter Verbraucherpreisindex stieg auf 2,5 %

Die Inflation ist in Österreich im März wieder auf 2,9 Prozent angestiegen. Im Februar hatte die Teuerungsrate im Jahresabstand 2,8 Prozent betragen, nach je 2,9 Prozent im Jänner und im Dezember. Nach wie vor wird knapp die Hälfte der Inflation durch Verteuerungen bei Wohnen, Wasser und Energie verursacht.

Der Harmonisierte Verbraucherpreisindex (HVPI), der für die Währungsunion errechnet wird, erhöhte sich von Februar auf März von 2,3 auf 2,5 Prozent, wie die Statistik Austria am Montag bekannt gab. Gegenüber dem Vormonat Februar stiegen sowohl der HVPI als auch der VPI nach heimischer Berechnung um jeweils 0,5 Prozent.

Die Jahres-Inflation wurde auch im März vor allem durch die Hauptgruppe Wohnen verursacht. Die Verteuerungen bei Wohnen, Wasser und Energie (+7,3 Prozent) waren wegen ihrer Bedeutung im Warenkorb weiterhin für knapp die Hälfte der Teuerungsrate von 2,9 Prozent (nach 2,8 Prozent) verantwortlich. Die Mieten sanken gegenüber dem hohen Vormonatsniveau zwar leicht, lagen aber immer noch um 7,1 Prozent über Vorjahr. Ausgaben für sonstige Dienstleistungen im Zusammenhang mit Wohnen, zum Beispiel Betriebskosten, wurden um 13 Prozent teurer.

14,3 Prozent Plus bei Eigentumswohnungen
Ausgaben für Eigentumswohnungen stiegen sogar um 14,3 Prozent - allerdings von niedrigerem Niveau aus. Haushaltsenergie, die ebenfalls in dieser Hauptgruppe enthalten ist, war im März um 8,3 Prozent teurer als vor einem Jahr. Spitzenreiter war weiterhin Heizöl extra leicht (Großabnahme) mit einer Preissteigerung von sogar 30 Prozent. Hauptverantwortlich für den Anstieg der Hauptgruppe Verschiedene Waren und Dienstleistungen (+3,1 Prozent) waren auch diesmal Verteuerungen bei Versicherungen (+4,0 Prozent).

In der Hauptgruppe Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke (+2,1 Prozent) gab es relativ hohe Teuerungen bei Fleisch (im Schnitt +4 Prozent; Schweinefleisch sogar +10 Prozent) und bei Gemüse (+10 Prozent). Salat war 58 Prozent teurer als vor einem Jahr, Zucchini sogar um 63 Prozent. Auch Tomaten (+18 Prozent), Karfiol (+47 Prozent), Gurken (+35 Prozent) und Fisolen (+33 Prozent) wiesen hohe zweistellige Steigerungsraten auf. Die meisten dieser Produkte waren erheblich teurer als sonst um diese Jahreszeit. Zwiebel wurden dagegen um 34 Prozent und Kartoffeln um 13 Prozent billiger. Kaffee war um 9 Prozent teurer als vor einem Jahr, Obst aber deutlich billiger (insgesamt -8 Prozent, Saisonobst (Mandarinen) -40 Prozent, Kiwi -18 Prozent).

Dieselpreise steigen stärker als Benzinpreise
Der Inflationsbeitrag der Hauptgruppe Verkehr (+2,1 Prozent) war im März im Jahresabstand erneut niedriger als in den vergangenen Monaten. Hier waren sinkende Preise von Flugtickets (-10 Prozent) zu beobachten. Die Preise für Kraftstoffe und Schmiermittel (+10 Prozent) lieferten nach wie vor einen hohen Inflationsbeitrag; hier fällt laut Statistik Austria auf, dass Dieselpreise (+16 Prozent) wesentlich stärker als Benzinpreise (+7 Prozent) gestiegen sind.

Im Monatsabstand waren die Hauptursachen für den Preisschub von 0,5 Prozent von Februar auf März der Wegfall des Schlussverkaufs bei Bekleidung und ein neuerliches Anziehen der Ölpreise. In der Hauptgruppe Bekleidung und Schuhe (+2,6 Prozent) stieg die Bekleidung im Schnitt um 3,5 Prozent im Vergleich zum Februar. Auffallend die Teuerungen bei Herrenwintermänteln (+15 Prozent), Herrenpoloshirts (+14 Prozent), Damenkleidern (+13 Prozent), Damenjacken (+9 Prozent), Damenblusen (+8 Prozent). Schuhe wiesen demgegenüber einen Preisrückgang von 0,5 Prozent auf.

Kraftstoff- und Schmiermittel-Preise (insgesamt + 4 Prozent) aus der Hauptgruppe Verkehr (+1,0 Prozent) zogen im März wieder deutlicher an (Diesel und Benzin um je 5 Prozent). Noch stärker (+8 Prozent) verteuerte sich Heizöl extra leicht (Großabnahme) aus der Hauptgruppe Wohnen, Wasser, Energie (nur +0,1 Prozent).
Bei Nahrungsmitteln und alkoholfreien Getränken (+0,2 Prozent) waren die Teuerungen bei Gemüse (+4 Prozent; Häuptelsalat sogar +20 Prozent) am deutlichsten. Auch Kaffee wurde nach jahrelangem Preisverfall wieder etwas teurer (+3 Prozent). Dafür begannen die Preise von Obst zu sinken (-2 Prozent; Erdbeeren -10 Prozent, Bananen, Saisonobst je -6 Prozent, allerdings Trauben +15 Prozent).

(apa)

18.4.2005 10:27