Dienstag, 19. April 2005

Interview mit Kurt Jara: Tiroler ist fest überzeugt vom Salzburger Gipfelsturm

  • Fall Red Zac: Ex-Meistermacher ohne Ausstiegsklausel
  • Alles neu: Kunstrasen aus Stadion Wals-Siezenheim

Der österreichische Spitzentrainer Kurt Jara geht mit viel Elan und Optimismus in sein neues Aufgabengebiet SV Salzburg. Im APA-Interview sprach der Tiroler unter anderem über die hoch gesteckten Ziele der Red-Bull-Truppe, den Umbau der Mannschaft, seinen "Co" Manfred Linzmaier und das "Worst-Case-Szenario", falls Salzburg doch noch absteigen sollte.

Frage: Was war ausschlaggebend für das 'Ja' zu Salzburg?
Jara: Das absolute Super-Konzept von Red Bull, die Berater-Tätigkeit
von Franz Beckenbauer und die Tatsache, dass es in Salzburg bei
entsprechender Leistung jederzeit zu einer Fußball-Euphorie kommen
kann.

Frage: Salzburg will eine Spitzenmannschaft werden, was heißt das
genau?
Jara: Zunächst müssen wir uns national an der Spitze etablieren, das
heißt regelmäßig in der Top-Drei landen und europäisch vertreten
sein. Sicher wollen wir aber auch versuchen, im Konzert der Großen
mitzuspielen - das ist die Champions League.

Frage: Zunächst muss aber erst einmal der Klassenerhalt geschafft
werden...
Jara: Das hat natürlich absolute Priorität. Dafür ist jetzt mein
"Co" Manfred Linzmaier hauptverantwortlich, zu ihm habe ich absolutes
Vertrauen. Wir haben vier Punkte Vorsprung und ich bin überzeugt,
dass die Mannschaft die Substanz hat, um es zu schaffen.

Frage: Was passiert mit Ihnen, wenn Salzburg wirklich absteigen
sollte?
Jara: Ich habe mir keine Ausstiegsklausel in den Vertrag einbauen
lassen.

Frage: Jede Menge Verträge laufen aus, wird es in Salzburg einen
radikalen Umbau geben?
Jara: Es wird jetzt sicher nicht mit der Sense durchgefahren. Jeder
aus dem aktuellen Kader hat die Möglichkeit, sich zu präsentieren und
für die nächste Saison zu empfehlen. Die Tendenz geht auf jeden Fall
nicht Richtung Multi-Kulti-Truppe. Es sind bereits jede Menge Namen
im Gespräch, das sind aber alles nur Spekulationen.

Frage: Wieso haben Sie nicht sofort den Trainerposten übernommen?
Jara: Linzmaier ist für den Jetzt-Zustand verantwortlich, ich beschäftige mich mit den Planungen für die Saison 2005/2006, mit dem Aufbau der Mannschaft. Damit habe ich genug zu tun.

Frage: Wie sieht ihre Meinung zum Salzburger Kunstrasen aus?
Jara: Fußball gehört auf Naturrasen gespielt. Ich werde mich
bemühen, dass der Kunstrasen so schnell wie möglich aus dem Stadion
kommt.

Frage: Wie sieht die Bilanz ihrer Deutschland-Tätigkeit aus?
Jara: Ich möchte diese Zeit keinesfalls missen. Ich habe mit dem HSV
den Ligapokal gewonnen und den Europacup erreicht. Bei Kaiserslautern
habe ich mit einer zum Abstieg verdammten Multi-Kulti-Truppe den
Klassenerhalt geschafft. Ich habe aber in Deutschland auch ganz
deutlich gesehen, dass nicht alles Gold ist, was glänzt.

19.4.2005 16:11