Dienstag, 19. April 2005

Neo-Coach bei erstem Training: Linzmaier will Köpfe der Salzburg-Spieler frei kriegen

  • Heiko Laessig kritisierte den "Trainerverschleiß"
  • Kurt Jara bastelt am Kader für die nächste Saison

In ruhiger, aber etwas bedrückender Atmosphäre begann am Dienstagvormittag das erste Training des SV Wüstenrot Salzburg mit dem neuen Trainer Manfred Linzmaier. Der 42-Jährige war am Dienstag interimistisch als Nachfolger von Nikola Jurcevic präsentiert worden, im Sommer übernimmt Kurt Jara das Traineramt beim abstiegsgefährdeten T-Mobile Bundesligisten. Linzmaier schätzte die Situation, in der sich die Mannschaft derzeit befindet, im APA-Gespräch als "schwierig" ein. Vorrangiges Ziel sei natürlich der Klassenerhalt, jeder Spieler müsste dafür sein Bestes geben.

Linzmaier, der im Auftrag des neuen Eigentümers Red Bull die Salzburger bis zum Saisonende übernommen hat und dann als Co-Trainer von Jara tätig sein wird, stehen schwere Zeiten bevor: Die Mannschaft sei in den drei kommenden Spielen gegen Austria Wien am Samstag, Pasching (30.4.) und Rapid (4.5.) mit keinen angenehmen Gegnern konfrontiert. "Ich werde versuchen, die Köpfe der Spieler frei zu kriegen, mit ihnen zu reden und auf ihre Situation einzugehen", betonte der ehemalige ÖFB-Teamspieler.

Angesichts der Tatsache, dass 17 Verträge auslaufen, könne er die schwierige Situation, in der sich viele Spieler befänden, nachvollziehen. Aber "jeder, der einen Vertrag unterschrieben hat, weiß, was er dem Verein schuldig ist, und kann seinen Einsatz als Chance für die Zukunft sehen", betonte der Interimstrainer.

Jara will in die Top 3 der Bundesliga
Aufgabe Jaras werde es sein, sich die Spieler anzusehen, Kontakte zu knüpfen und einen entsprechenden Kader für die nächste Saison zusammenzusetzen, erläuterte Linzmaier. Jara wird sich dabei mit Franz Beckenbauer absprechen, der für Red Bull eine beratende Funktion übernommen hat.

Kurt Jara selbst will ab der kommenden Saison mit Salzburg in den Top 3 der österreichischen Fußball-T-Mobile-Bundesliga mitspielen und den Verein langfristig an der Spitze etablieren. "Wir wollen jedes Jahr europäisch vertreten sein und ab und zu im Konzert der Großen, sprich der Champions League mitspielen", erklärte der von Red Bull ab der Saison 2005/06 eingesetzte Coach.

Laessig: "Mit Sicherheit keine befriedigende Situation"
Teamkapitän Heiko Laessig kritisierte den "Verschleiß von sechs Trainern innerhalb von zwei Jahren". Das sei mit Sicherheit keine befriedigende Situation. Zur Stimmung in der Mannschaft, die nur noch vier Punkte vor dem Tabellenletzten Bregenz liegt, meinte Laessig, jeder müsse als 100-prozentiger Profi versuchen, sein Bestes zu geben. Ob sein Vertrag verlängert wird, konnte er nicht beantworten. Es werde sicherlich Gespräche geben. Falls keine Verlängerung zu Stande kommt, möchte er gerne für den Verein in einer anderen Funktion weiterarbeiten, sagte er der APA.

Gegen 10.30 Uhr begab sich die Mannschaft nach einer ersten Besprechung mit dem neuen Trainer auf den Sportplatz in Rif. Die Fußballer liefen sich mit dem bisherigen Co-Trainer Felix Kurbasa warm, während Linzmaier seine "Neuen" nachdenklich beobachtete. (apa)

19.4.2005 15:23