Montag, 18. April 2005

Bundesliga: Die "Torsperre" verhinderte Austrias Sprung an die Tabellenspitze!

  • Toni Polster: "Alle spielen für uns, nur wir selbst nicht"
  • Nach Verlustpunkten ist Violett trotzdem Nummer eins

Das Spitzentrio der T-Mobile-Fußball-Bundesliga hatte am Wochenende in der 29. Runde eines gemeinsam: es schwächelte. Nach FC Superfund (0:3 Liebherr GAK) und Rapid (1:1 Puntigamer Sturm Graz) am Samstag machte es Austria Magna rund 24 Stunden nicht besser und verpasste mit dem 1:1 daheim gegen Schlusslicht Casino SW Bregenz den Sprung auf Tabellenrang eins, der Violett zuletzt im Dezember 2004 gehörte. "Alle spielen für uns, nur wir selbst nicht. Ich bin enttäuscht", sagte Austrias Generalmanager Anton Polster.

Nach Verlustpunkten ist der Favorit zwar schon zwei Zähler vor den Paschingern, aber das sagt nicht viel, weil die Veilchen derzeit auch gegen ihre eigene "Torsperre" spielen. Bregenz war eine Fortsetzung von Parma. "Wir schießen den Ball schon aus dem Tor heraus und nicht hinein", meinte Polster, dem die "katastrophale Chancen-Auswertung" als Ex-Torjäger besonders schmerzt. Die Austria hat heuer schon sieben Punkte (0:1 Sturm, 2:2 Admira und nun 1:1 Bregenz) liegen gelassen.

Nagel hatte sich Kornexl im Training aufgedrängt
Und hätte der schwache Salzburger Referee Luis Hofmann nicht den umstrittenen Ausgleich gegeben, dann wäre Austria ohne Zähler und mit einer totalen Blamage dagestanden. SWB-Keeper Mathias Nagel hatte einen harmlosen Ball im Luftduell mit Libor Sionko fangen wollen, die Kugel sprang ihm aber an den Oberarm des Tschechen und von dort ins Gehäuse. "Ich habe einen Schubser gespürt, es war ein klares Foul an mir", erzählte der junge Torhüter, der sonst glänzend gehalten hatte.

Nagel hatte sich im Training Trainer Roland Kornexl ("dem 1:1 ist ein Handspiel von Sionko vorausgegangen") aufgedrängt und Routinier Almir Tolja als Nummer eins abgelöst. Den Punkt feierten die Vorarlberger als "moralischen Sieg". "Es war aber ein glücklicher Sieg, weil die Austria 90 Minuten tonangebend war und eine Vielzahl an Chancen hatte. Man muss so fair sein und zugeben, dass wir auch aus einer anderen Situation ein Tor hätten einfangen können", meinte der SWB-Feldherr.

Bregenz mit zwei 1:1 gegen Spitzenduo
1:1 gegen Pasching und 1:1 gegen Austria - die Bregenzer dürfen jetzt wieder hoffnungsvoller in die Zukunft blicken. "Das waren Motivationsschübe, die Mannschaft glaubt an den Klassenerhalt, mit vier Punkten Rückstand ist unsere Chance noch intakt", lässt Kornexl wissen. "Totgesagte leben länger", heißt ein bekanntes Sprichwort, dass nach dieser Runde auch auf den Double-Gewinner GAK zutrifft. Die Grazer, nun fünf Zähler hinter Pasching, haben am Samstag aus dem Spitzentrio ein Spitzenquartett gemacht.

Die nach dem UEFA-Cup-Out geistig und körperlich müde wirkende Austria ist längst gewarnt. "Wenn wir nicht aufpassen, könnte es mit dem Meistertitel nichts werden", appelliert Trainer Lars Söndergaard, dem die derzeit mangelnde Chancen-Auswertung ein Rätsel ist. Kapitän Ernst Dospel mahnte mehr Konzentration im Abschluss ein und merkte scherzhaft an: "Einmal schlechter spielen, vielleicht gewinnen wir dann." Günter Kronsteiner hofft sehnsüchtig auf ein Tor, "das die Blockade lösen kann". Möglich, dass am Mittwoch im Cup-Nachtrag gegen Sturm auch eine personelle Rochade Besserung bringt. (apa/red)

18.4.2005 11:16