Montag, 18. April 2005

Nachwirkungen der FP-Spaltung: BZÖ-Neugründung in Salzburg noch im Mai

  • Keine genauen Angaben über Zahl der Mitglieder
  • Landesbeauftragter will nur bei Bundeswahlen antreten

In Salzburg soll die Landesgruppe des "Bündnis Zukunft Österreich" mit einem eigenen Konvent bis Mitte, Ende Mai gegründet werden, kündigte Salzburgs Landesbeauftragter Staatssekretär Eduard Mainoni im Gespräch mit der APA an. Über die derzeitige Zahl der BZÖ-Mitglieder könne er keine Angaben machen, weil die Anmeldungen zentral in Wien zusammenlaufen. "Es haben sich aber schon eine ganze Reihe angemeldet", wie er beim Konvent am Sonntag erfahren habe können.

Ein Antreten bei Wahlen wird es vorerst nur auf Bundesebene geben, Kommunal- und Landtagswahlen seien vorerst kein Thema, so Mainoni: "Die erste Bewährungsprobe wird die nächste Nationalratswahl."

Der Staatssekretär wird sich beim Gründungskonvent als Landesobmann bewerben. Die Strukturen im Bündnis will er in Salzburg "sehr flach" halten. Es solle teamorientiert und freundschaftlich gearbeitet werden. Auf Bezirksebene werde es auch Obleute geben - so sehen es die Statuten vor -, ob es in jeder Gemeinde eine Ortsgruppe geben wird, könne er nicht sagen. "Wir werben nicht so offensiv, aber es ist uns jeder herzlich willkommen."

Viele Salzburger Polit-Profis sind mit Mainoni nicht zum BZÖ gewechselt, denn von den aktiven Mandataren blieben die meisten "blau": Der aus drei Abgeordneten bestehende FPÖ-Landtags-Klub bleibt geschlossen bei der Mutterpartei, die vier Freiheitlichen im Salzburger Gemeinderat wechseln ebenfalls nicht. In beiden Fällen hat die FPÖ beim letzten Wahlgang 2004 starke Einbußen erlitten, eine Spaltung würde auch das Aus für den Klubstatus bedeuten.

Zwei aktive Polit-Promis sind übergewechselt: neben Mainoni auch der Nationalrats-Abgeordnete Markus Fauland. Unter den "Orangen" Salzburgs finden sich aber einige Ex-Politiker, etwa der frühere Finanz-Sprecher der FPÖ im Nationalrat, Hermann Böhacker. Ebenfalls BZÖ-Mitglieder wurden die frühere FPÖ-Landesrätin und 3. Landtagspräsidentin Margot Hofer und die früheren Landtagsabgeordneten Iris Schludermann und Helmut Naderer, der schon vor zwei Jahren die orange Partei "Freie Demokraten" gegründet hatte. Und auch Erich Schäffer, der die FPÖ über mehr als zwei Jahrzehnte im Salzburger Gemeinderat vertreten hat, ist jetzt BZÖ-Mann.

(apa/red)

18.4.2005 13:26