Dienstag, 19. April 2005

Investitionen in Sicherungssysteme:
Zahl der Zugunfälle 2004 weiter gesunken

  • ÖBB-Züge fünf Millionen Kilometer unfallfrei unterwegs
  • Häuftigste Unfallursache: Überfahren von Signalen

Die Zahl der Zugunfälle am Schienennetz der ÖBB sind 2004 weiter gesunken. Insgesamt 22 Mal kam es im Vorjahr zu Entgleisungen, vier Mal zu Zusammenstößen und drei Mal zu Auffahrunfällen. In Summe ging die Zahl der Bahnunfälle damit im Vergleich zum Jahr 2003 von 31 auf 29 zurück. Im Jahr davor hatte sich die Zahl beinahe halbiert. Das gute Niveau habe man damit gehalten, erklärte ÖBB Infrastruktur Betriebs AG-Vorstand Peter Klugar am Dienstag vor Journalisten.

Im Schnitt waren die Züge der ÖBB damit zuletzt rund 5 Millionen Kilometer unfallfrei unterwegs - verglichen mit 400.000 gefahrenen Zugkilometern pro Tag. Ziel der ÖBB sei es, "die sicherste Eisenbahn" Europas zu werden, so Klugar.

Eine der häufigsten Unfallursachen ist laut ÖBB das Überfahren von Signalen. In Europa ist dafür ein einheitliches, computergestütztes Sicherungssystem namens ETCS (European Train Control System) entwickelt worden. Die ETCS-geschützte Strecke in Österreich wird nach Ungarn führen und soll im Herbst in Betrieb gehen. Ein flächendeckender Ausbau ist laut Klugars Vorstandskollegen Alfred Zimmermann relativ teuer. An einem Finanzierungsplan wird noch gearbeitet.

Mit weiteren 100 Mio. Euro pro Jahr sollen die Stellwerke zunehmenden automatisiert werden. Ziel für die nächsten zehn Jahre sind fünf große Betriebsführungszentralen für ganz Österreich.

Die Zahl der Unfälle zwischen Pkw und Zügen ist im Vorjahr von 54 auf 33 zurückgegangen. 13 Fälle waren auf "technische Ursachen" zurückzuführen, 20 auf Fehlverhalten der Verkehrsteilnehmer. Die Zahl der Eisenbahnkreuzungen ist mit insgesamt noch rund 6.000 Bahnübergängen noch "überdurchschnittlich hoch". Pro Jahr werden durch Über- oder Unterführungen knapp 50 Eisenbahnübergänge aufgelassen.(apa/red)

19.4.2005 14:34