Montag, 25. April 2005

Stichwahlen in Vorarlberg: ÖVP verteidigt Bürgermeistersessel in Bregenz erfolgreich

  • Knapp fünf Prozent Vorsprung auf SPÖ-Herausforderer
  • Lustenau: Auch FP-Mann Grabher bleibt weiter im Amt

Bei den Vorarlberger Bürgermeister-Stichwahlen haben sich am Sonntag die Amtsinhaber Markus Linhart (Bregenz) und Hans-Dieter Grabher (Lustenau) behaupten können. Während sich ÖVP-Kandidat Linhart mit 52,6 Prozent durchsetzte, behielt FPÖ-Bürgermeister Grabher mit 51 Prozent nur ganz knapp die Oberhand. In drei weiteren Kommunen, in denen gewählt wurde, haben jeweils ÖVP-Politiker den Bürgermeistersessel behalten bzw. erobert.

Das Bürgermeisteramt in der Vorarlberger Landeshauptstadt bleibt weiter in ÖVP-Hand. Der seit 1998 regierende Linhart erreichte in der Stichwahl mit 52,6 Prozent der Stimmen rund fünf Prozentpunkte mehr als sein SPÖ-Herausforderer Michael Ritsch (47,4 Prozent). Das Rennen um den Bregenzer Bürgermeistersessel galt nach dem Ergebnis der Kommunalwahlen vor zwei Wochen als völlig offen. In der Direktwahl vor zwei Wochen hatte Linhart 40,7 Prozent der Stimmen erzielt, Ritsch 37,3 Prozent. Vor fünf Jahren war Linhart noch auf 73 Prozent Zustimmung gekommen.

Linhart war nach seiner Wiederbestellung sichtlich erleichtert und dankbar darüber, "dass mir der Wähler noch einmal das Vertrauen gegeben hat". Ihm sei bewusst, wie das Wähler-Vertrauen zu deuten sei, er werde den Wähler nicht enttäuschen, versprach das Stadtoberhaupt. Ritsch seinerseits zeigte sich keineswegs enttäuscht und sprach von einem "überwältigenden Votum". Linhart kündigte an, umgehend Gespräche über die Zusammensetzung der künftigen Stadtregierung aufnehmen zu wollen, er sei nach allen Seiten offen. Seine persönliche Präferenz sei Schwarz-Grün, die spiele aber keine Rolle. Es gehe darum, die beste Lösung für Bregenz zu finden.

Knapper als allgemein erwartet ging die Stichwahl in Lustenau aus. Amtsinhaber Hans-Dieter Grabher konnte sich nur hauchdünn um 180 Stimmen gegen den ÖVP-Kandidaten Kurt Fischer durchsetzen und erzielte 51 Prozent. "Ein knapper Sieg ist ein Sieg", lautete Grabhers erster Kommentar. Das Amt des Bürgermeisters bekleidet Grabher seit Herbst 1993, zuvor war er knapp zehn Jahre Mitglied der Landesregierung und während zehn Jahren Landesparteiobmann der Vorarlberger FPÖ. Lustenau, mit knapp 20.000 Einwohnern Österreichs größte Marktgemeinde, wird seit 1960 ununterbrochen von einem Freiheitlichen Gemeindeoberhaupt regiert.

In Hard am Bodensee, Satteins (Bezirk Feldkrich) und Dalaas (Bezirk Bludenz) setzten sich mit Hugo Rogginer (53,7 Prozent), Siegfried Lang (53,2 Prozent) und Oswald Wachter (57,9 Prozent) jeweils die ÖVP-Kandidaten durch. Während Rogginer und Lang bereits in den vergangenen fünf Jahren den Bürgermeisterposten in ihren Gemeinden einnahmen, hat sich Oswald Wachter heuer zum ersten Mal als Bürgermeister beworben.

Mit der Wiederbestellung von Grabher als Bürgermeister von Lustenau stellt die FPÖ in Vorarlberg in den nächsten fünf Jahren fünf Gemeindeoberhäupter, in zwei Ortschaften stehen SPÖ-Bürgermeister an der Gemeindespitze. In den anderen 89 Vorarlberger Kommunen haben ÖVP-Politiker bzw. Vertreter von Namenslisten das Sagen. Allerdings gilt zumindest der Großteil dieser Listen als ÖVP-nahe.

(apa/red)

25.4.2005 08:47