Großer Schlag gegen Drogenszene in Tirol: schon 21 Haftbefehle & 250 Anzeigen!
- Polizei stellte Suchtmittel im Wert von 43.000 sicher
- Monatelange Erhebungen jetzt zum Erfolg gekommen
Ein großer Suchtgiftring ist in Tirol nach monatelangen Erhebungen der Exekutive gesprengt worden. 21 Haftbefehle wurden bisher erlassen. 13 mutmaßliche Dealer wurden in die Innsbrucker Justizanstalt eingeliefert. Der Marktwert der sichergestellten Drogen beläuft sich auf 43.000 Euro, gaben die Ermittler am Dienstag bekannt.
Bereits im vergangenen November hatten Beamte des Gendarmeriepostens Kitzbühel Erhebungen gegen mehrere Personen aus dem Bezirk geführt. Im Zuge der weiteren Ermittlungen konnten sie in Erfahrung bringen, dass ein Großteil der in Kitzbühel verkauften Suchtmittel aus dem Raum Zillertal und Lienz stammt.
Zahlreiche - vorwiegend zwischen 20 und 25 Jahre alte und untereinander bekannte - Drogenhändler und Konsumenten aus Kitzbühel, den Bezirken Schwaz und Lienz sowie dem Großraum Innsbruck wurden in der Folge ausgeforscht. Zehn Haftbefehle - die ersten Verhaftungen wurden Ende Jänner durchgeführt - wurden von Kitzbüheler Gendarmeriebeamten, sieben von der Kriminalabteilung Tirol und vier von Beamten des Bezirkes Schwaz vollzogen. Zumindest 250 Personen - überwiegend Abnehmer - werden nach vorläufigem Erhebungsstand wegen Verbrechen und Vergehen nach dem Suchtmittelgesetz angezeigt.
Bei Hausdurchsuchungen konnten zunächst 1.502 Stück Ecstasy, 925 Gramm Marihuana, 462 Gramm hochwertiges Speed, zehn Gramm Haschisch, drei Gramm Kokain, ein LSD Trip sowie zwei Gramm Magic Mushroom sichergestellt werden. Die Drogen kommen großteils aus Holland, der Schweiz und dem ehemaligen Jugoslawien.
Einen eigentlichen Bandenkopf gibt es keinen, erklärte der Leiter der Kriminalabteilung beim Landesgendarmeriekommando, Erwin Mayerl, bei einer Pressekonferenz. Die Tatverdächtigen hätten ihre eigenen Geschäfte getätigt. Bemerkenswert sei die Menge der aufgefundenen Drogen sowie die auffallend hohe Zahl der Beteiligten.
Die Ermittlungen waren vorerst nicht abgeschlossen. Dies dürfte laut Mayerl auf Grund des Ausmaßes noch einige Zeit dauern. Er erwartete noch weitere Anzeigen und Haftbefehle in dem Fall.
(apa/red)
