Easy stealing statt Easy riding: Exklusives Hobby Motorrad lockt immer mehr Diebe an
- Zahl der Diebstähle 2004 um 30 Prozent gestiegen
- Motorradklau dauert durchschnittlich 20 Sekunden
Die Freiheit auf zwei Rädern wird immer mehr zum exklusiven Hobby. Vor allem Besserverdiener zwischen 35 und 45 erfüllen sich mit einem chromblitzenden Motorrad langgehegte Jugendträume. Ein edles Bike darf da schon mal 8000 Euro und mehr kosten. Kein Wunder also, dass auch die Motorraddiebstähle steigen: Während 2003 österreichweit 1.768 Diebstähle von Krafträdern registriert wurden, waren es 2004 bereits 2.318 - das bedeutet eine Zunahme um 31,1 Prozent!
Steigende Tendenzen zeigen sich mit Ausnahme von Vorarlberg in allen Bundesländern. Am stärksten trifft es Niederösterreich, wo die Zahl der Diebstähle im letzten Jahr um plus 83,5 Prozent auf 534 explodiert ist. Eine vor kurzem durchgeführte Studie des National Crime Intelligence Service (NCIS) in Großbritannien zeigt, dass es selbst bei teureren Modellen nur durchschnittlich 20 Sekunden dauert, um ein Motorrad stehlen. Außerdem stellte sich heraus, dass nicht nur die Sehnsucht nach Fahrspaß auf einem teuren Vehikel die Diebe zum Klau animiert. Beim unerlaubten Zugriff werden zu 85 Prozent japanische Fabrikate bevorzugt, weil sich die Einzelteile der Beute auf dem Ersatzteil-Markt teuer weiterverkaufen lassen.
Starker Schutz für starke Bikes
Bei ihren Methoden sind die Langfinger nicht zimperlich, meistens wird das Motorrad einfach mit einem Bolzenschneider geknackt. Zum Einsatz kommen aber auch elektrische Werkzeuge, Eissprays und spezielle Picking-Sets zum Sezieren der Schlösser. Es geht aber auch unverfrorener: Immer häufiger werden Motorräder einfach in Kleintransporter gehievt, um sich dann in Ruhe dem Öffnen der Schlösser widmen zu können. Den Möchtegern-Ridern wird es aber auch nicht besonders schwer gemacht, denn serienmäßig sind fast alle Motorräder nur mit einem Lenkerschloss ausgestattet - und das lässt sich leicht aufbrechen. Wegfahrsperren sind hingegen noch eine kostspielige Seltenheit. Ketten- und Bügelschlösser der Klasse A oder A+ eignen sich für Leichtmotorräder. Um einen Abtransport zu verhindern, sollte das Fahrzeug immer an einen fest verankerten Gegenstand gekettet werden. Sturz- und Schutzbügel lassen sich schnell abmontieren, deshalb die Schlösser immer durch feste Rahmenteile führen und nicht etwa durch das Vorderrad!
Park & Ride-System
Für Motorräder gibt es Alarmanlagen, die sich für alle Marken eignen und selbst eingebaut werden können. Da sich Profis und Banden davon aber kaum beeindrucken lassen, sollte ihnen mit einer zusätzlichen Wegfahrsperre die Arbeit möglichst schwer gemacht werden. Allerdings sind kombinierte Sicherheitssysteme für Motorräder heute rar. In Österreich wäre schon mit einfachen Maßnahmen ein großer Schritt getan. "Gebührenpflichtige Parkgaragen sollten auch spezielle Motorradstellplätze und damit ein Park & Ride-System wie für Autofahrer anbieten", fordert Noll. "Auf einem Autoabstellplatz ließen sich drei Motorradgaragen installieren. Zumindest sollte es im öffentlichen Raum aber eine genügende Anzahl eindeutig gekennzeichneter Motorradparkplätze mit fix im Boden verankerten Ständern geben!" (APA/red.)
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