Freitag, 15. April 2005

Die neuen Tech Doctors: Die E-Card ist erst der Anfang der vielen Entwicklungen

  • Die IT-Technologie zieht im Gesundheitsbereich ein
  • FORMAT: Kostendruck treibt die Entwicklung weiter an

Die E-Card steht vor der Tür. Ungeachtet aller Querelen und Verzögerungen wird Ende dieses Jahres jeder Österreicher seinen elektronischen Krankenschein in Händen halten. Das ist das augenfälligste Indiz, dass IT auch in heimischen Arztpraxen angekommen ist. Der praktische Arzt Walter Zehetbauer hat sich darauf eingestellt und 8.000 Euro in neue Hard- und Software investiert: "Seit ich die Ärztesoftware von ACP einsetze, fällt viel Schreibarbeit weg."

Ín Kürze wird er ein Kartenlesegerät für die E-Card bekommen. Die Anschaffungskosten für die niedergelassenen Ärzte übernimmt der Hauptverband - insgesamt rund 9,6 Millionen Euro. Und so sieht die Langfristperspektive aus: Der Hausarzt verordnet ein blutdrucksenkendes Mittel, das Rezept wird auf der E-Card gespeichert, die Daten per Internet an eine Online-Apotheke weitergeleitet, und ein Bote gibt das Medikament an der Haustür ab.

IT im Vormarsch
Die E-Card gilt trotz aller Tiefschläge und Querelen als Schlüsseltechnologie für weitere Neuerungen, die für den Patienten "sichtbar" sind. Tatsächlich ist IT im Medizinbereich aber seit Jahren am Vormarsch.

Besserer Dienst am Patienten
Die Technik sorgt für den reibungslosen Ablauf im Hintergrund und besseres Service am Patienten. Ein Argument, das auch in der Gesundheitsbranche immer mehr zählt. Das ist auch beim 1,3 Millionen Euro teuren "Somatom Sensation 64" von Siemens, dem schnellsten und genauesten Computertomografen der Welt, nicht anders. Die radiologische Innovation sorgt dafür, dass die Röhre mit sensationeller Geschwindigkeit um den Patienten kreist: in 0,37 statt einer Sekunde wie beim herkömmlichen CT. "Angenehm für die Patienten", so Wolfgang Dock, Leiter des Instituts für Röntgendiagnostik der Wiener Confraternität-Privatklinik.

Kostendruck als Treiber
Mit der Einführung der E-Card könnte das Finanzloch der Kassen von derzeit 280 Millionen Euro in zwei Jahren auf 561 Millionen wachsen. "Was man vom Technologieeinsatz erwarten kann, ist eine Eindämmung der Kostenexplosion", dämpft Peter Christen, Healthcare-Experte von IBM, zu große Einsparungshoffnungen.

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15.4.2005 17:20