Das Milliarden-Derby

Nach der Übernahme von SV Salzburg durch Red Bull fiebern alle dem Megaduell der Selfmade-Milliardäre entgegen. Plus: Deutschlands Fußball-Ikone Franz Beckenbauer erklärt in NEWS, wie er dabei mitmischt.
Zaungäste, die das illustre Treffen der drei Herren beobachtet hatten, wussten sofort, dass sich da eine Riesensache anbahnt. Und die ließ gar nicht lange auf sich warten. Nur 24 Stunden nach der geheimen Zusammenkunft von Red-Bull-Boss Dietrich Mateschitz, Deutschlands Fußball-Lichtgestalt Franz Beckenbauer und Salzburg-Präsident Rudi Quehenberger am Dienstag der Vorwoche im Nobelrestaurant Ikarus im Hangar-7 platzte die Bombe. Das heimische Energydrink-Unternehmen Red Bull übernimmt die Salzburg Sport AG und somit den Spielbetrieb des Fußball-Bundesligisten SV Salzburg.
Duell der Milliardäre. Vor allem ein Mann konnte sein Glück überhaupt nicht fassen: Rudi Quehenberger, der seine Verbindlichkeiten von kolportierten sieben Millionen Euro auf einen Schlag los war. Unweigerlich drängen sich Parallelen zu Frank Stronach und Euro-Fighter Austria Wien auf. Der Austrokanadier stand bei seiner Übernahme im Jahr 1999 so wie Mateschitz jetzt bei Salzburg für Austrias Altlasten von rund 15 Millionen Euro gerade. Die Verantwortlichen im österreichischen Fußball reiben sich schon die Hände, denn alles läuft auf ein Superduell der beiden Selfmade-Milliardäre Mateschitz und Stronach um die Vorherrschaft im heimischen Fußball hinaus. Eines steht jetzt schon fest: Geld spielt dabei sicher keine Rolle, denn sowohl Mateschitz als auch Stronachs Privatvermögen werden mittlerweile auf weit über eine Milliarde Euro geschätzt. Das renommierte US-Magazin Forbes führt Mateschitz sogar in seiner aktuellen Liste der 500 Superreichen als einen von vier Österreichern auf Platz 321.
Beckenbauer warnt. Verständlich, dass die Fußballfans in Salzburg längst von den erfolgreichen Europacupzeiten Mitte der 90er Jahre träumen, wo europäische Spitzenklubs wie Ajax Amsterdam oder Inter Mailand die Gegner waren. Nüchterner Fakt ist nämlich, dass die Salzburger derzeit auf dem vorletzten Tabellenrang liegen. Aber wer Mateschitz kennt, weiß, dass er mit Sicherheit nichts dem Zufall überlässt. Fußball dient neben Formel 1 als zweites Standbein auf dem internationalen Sektor. Mateschitz vertraut bei seinem letztlich
doch überraschenden Einstieg ins Fußball-Business auf Topprofis. Deutschlands Fußball-Lichtgestalt und nächster möglicher UEFA-Präsident Franz Beckenbauer, seit Jahren mit Mateschitz befreundet, wird beratend zur Seite stehen. Der Kaiser übernimmt auch gleich volley eine wichtige Schlüsselrolle: Er warnt vor übertriebener Euphorie. Im Interview mit NEWS verweist Beckenbauer auf Stronach und Austria, wo es lange dauerte, bis sich erste Erfolge einstellten. Beckenbauer: Man darf sich jetzt keine Wunderdinge erwarten, dass Salzburg zum Beispiel gegen Bayern München in der Champions League für Furore sorgt. Das braucht seine Zeit.
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