Höhepunkte aus 50 Jahren Fernsehen: Fendrich präsentierte große ORF-Gala
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aus 50 Jahren TV!
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Österreicher feiert heuer 50 Jahre Fernsehen! In einer großen Gala blickte der ORF zurück auf die Highlights seit 1955. Moderator Rainhard Fendrich ließ TV-Hits, Stars und Skandale Revue passieren. Heinz Conrads wurde dabei genauso in Erinnerung gerufen, wie die Mondlandung, Nina Hagens Skandal-Auftritt im Club 2 oder Taxi Orange.
Es war in einer umgebauten Schule in Wien-Meidling. Ich saß auf einem Stuhl, hatte ein kariertes Kleid an. Dann hieß es ,Achtung, Sendung!', und ich sagte die Diskussion von Tageszeitungs-Chefredakteuren zum Thema Schadet das Fernsehen der Presse? an." - Im TV-MEDIA-Talk erinnert sich Franziska Kalmar, erste Fernsehansagerin des ORF, an jenen denkwürdigen 1. August 1955, an dem eine neue Ära begann: Die erste TV-Sendung ging on air. Trotzdem, so Kalmar, war das "Studio" eine völlig euphoriefreie Zone, denn: "Alle hatten das Gefühl, dass sowieso niemand zusieht, und niemand dachte daran, dass das Fernsehen Zukunft hat ..."
Start in die TV-Ära
Bereits am 1. August 1955, als Franziska Kalmar auf Sendung ging, waren die Österreicher fasziniert vom neuen Medium. Scharenweise drückten sie sich an den Auslagen von Elektrohändlern die Nasen platt, als die ersten Schwarzweißbilder über die Schirme flimmerten. - Drei Jahre nach Deutschland hatte der ORF seinen Programmbetrieb aufgenommen und sendete im August insgesamt zwölf Stunden. 1.000 TV-Kastl gab's in heimischen Wohnzimmern. Ein Luxus, den sich nur Großverdiener leisten konnten: Für das Statussymbol mussten sagenhafte 8.000 Schilling berappt werden - zwei Monatsgehälter eines Topverdieners.
Entgehen lassen wollte sich aber auch in den folgenden Jahren kaum jemand das "Wunder Fernsehen". Deshalb, so Society-Löwe Richard Lugner, gab's "Sehergemeinschaften": "Unsere Nachbarn hatten einen riesigen Schwarz-weißapparat. Man musste immer besonders nett zu der Famile sein, damit man abends zum Fernsehen eingeladen wurde..."
Rasanter Aufstieg
Das Programmangebot des ORF wuchs rasant. Ab Oktober 1955 wurde in der Zeit im Bild informiert - "Anchormen" wie Frank Lester avancierten zu Kultstars. 1957 sendete der ORF an sechs Tagen pro Woche, ab Oktober täglich, und 1961 startet der ORF das zweite Programm.
Die ersten TV-Jahre
Obwohl das Fernsehen in seinen Anfängen als "Volkshochschule" fungierte - Blumendoktor Eipeldauer gab Tipps, wie man den Philodendron hätschelt, Fernsehkoch Franz Ruhm erklärte, wie der Gugelhupf gelingt -, etablierte sich 1957 mit Guten Abend am Samstag die erste Kultsendung: 1.800-mal begrüßte "Heinzi" Conrads die Seher mit "Guten Abend die Madln, Servas die Buam". Fendrich: "Der Conrads hat zum Wochenende gehört wie das Hendl am Sonntag."
Die erste Fernseh-Familie Leitner war ebenso fixer Programmpunkt wie Rudolf Horneggs Quiz 21 und Otto Königs Wunder der Tierwelt.
1963 hielten die Villacher Narren Einzug ins TV: Der ORF zeigte Ausschnitte aus der Faschingssitzung. Skurril: Im darauf folgenden Jahr mussten die Österreicher auf den Villacher Fasching verzichten. Der ORF hatte wegen des Großaufgebots bei den Olympischen Winterspielen in Innsbruck weder Kameras noch Personal für den Villach-Event zur Verfügung ...
,Kuli' war Kult
Dafür entschädigte ab 1964 Hans Joachim Kulenkampff mit der Straßenfegershow Einer wird gewinnen. Zwei Jahre davor geriet die sechsteilige Krimireihe Das Halstuch zum Überknüller. Diskutiert wurden auch erste TV-Aufreger wie Helmut Qualtingers Herr Karl (1961) und Helmut Zilks Stadtgespräche (ab 1963).
Polit-TV und Info-Explosion
Politisch unabhängige Berichterstattung und Info-Explosion standen im Mittelpunkt des zweiten Fernsehjahrzehnts, in dem Gerd Bacher (1967) zum ORF-Generalintendanten avancierte und Helmut Zilk zum Fernsehdirektor.
Hugo Portisch zu TV-MEDIA: "Bis zur Ära Bacher gab es die totale Zensur. Innenpolitisch durfte nur gesendet werden, was die Parteisekretäre von ÖVP und SPÖ abgesegnet hatten. Dann wurde eine innenpolitische Redaktion aufgestellt, die sich getraut hat, kritische Fragen zu stellen."
Portisch, damals als Chefkommentator im Einsatz: "Es gab eine außenpolitische Sensation nach der anderen: den Prager Frühling, den Sturz von de Gaulle, den Kampf Nixons ums Weiße Haus. Ich habe mich manchmal an einem Tag in der Früh aus Wien gemeldet, zu Mittag aus Prag und am Abend aus Paris."
Mondlandung und Farbfernsehen
Absolutes Highlight in den 60er Jahren: die Mondlandung von Neil Armstrong am 21. Juli 1969. 28 Stunden und 18 Minuten übertrug der ORF und lieferte damit die längste Liveübertragung der TV-Geschichte.
Bereits ein halbes Jahr davor überraschte das TV mit einer Sensation. Am 1. Jänner 1969 ging das Neujahrskonzert in Farbe on air. Allerdings: Es dauerte noch Jahre, bis die Schwarzweißbilder der Vergangenheit angehörten: Nur ausgewählte Sendungen gab's in Color.
Skandale, Skandale!
Im selben Jahr, in dem das Farb-TV das Fernsehen revolutionierte, startete - nach familientauglicher Unterhaltung mit Vico Torriani (Der goldene Schuss) und den Peter- Alexander-Events - die von Dietmar Schönherr und Vivi Bach präsentierte Show Wünsch dir was, die am laufenden Band Skandale lieferte. Vom Auftritt der Männerrechtlerin Esther Vilar über das im Pool versenkte Auto, aus dem sich die Kandidaten erst in letzter Minute befreien konnten, bis zur Jungkandidatin, die in einer durchsichtigen Bluse über den Laufsteg ging - Wünsch dir was wurde am Stammtisch und in der Presse erregt diskutiert.
Die Wogen gingen auch 1975 hoch, als Ernst Hinterberger seinen Mundl Karl Merkatz in der Kultserie Ein echter Wiener geht nicht unter in grundigstem Wiener Idiom fluchen und toben ließ. Mit höchster Skepsis wurde ein Jahr später die schräge Krimiserie Kottan ermittelt beäugt.
Den größten Aufreger hievte der ORF ebenfalls 1976 mit dem Club 2 ins Programm. Legendär: Im August 1979 demonstrierte Nina Hagen Masturbationstechniken - Moderator Dieter Seefranz musste den Hut nehmen.
Bereits zwei Jahre davor (1977) erregten sich die Gemüter über Peter Turrinis Alpensaga, die den Kampf der "Kleinen" gegen die "Großen" thematisierte. Sogar im Nationalrat wurde gewettert: "Kommunistische Agitation!"
,Wetten, dass..?' und Moik
Auch mit biederer Unterhaltung fuhr der ORF auf: Ab 1979 bat Joki Kirschner bei Tritsch Tratsch zum Ladlspiel, ab 1981 punktete Frank Elstern mit Wetten, dass..? beim Publikum. Im selben Jahr leitete Karl Moiks Musikantenstadl den Volksmusikboom ein.
Während der 1984 gestartete deutsche Privatsender RTL 1990 bei Tutti Frutti mit textilfreien Busen erregte, startet der ORF die Kultserie Kaisermühlen Blues.
Quiz-Boom & Reality-TV
Eine Flut neuer Sendungen bescherte 1995 ORF-Generalintendant Gerhard Zeiler den Sehern: Vera Russwurm startete ihren Aufstieg zur Talkqueen, die jetzige ORF-Chefin Monika Lindner erdachte Willkommen Österreich, und Barbara Stöckl präsentierte Help TV.
In die nächste Ära startete der ORF 2000: Quizboom (Millionenshow) und Reality-TV (Taxi Orange) eroberten die Bildschirme. Im Jahr darauf gab's einen Abschied. Die letzte Fernsehansagerin verschwand vom Bildschirm...
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