Donnerstag, 14. April 2005

Hat Jacko Buben den Kopf abgeleckt? Schwere Vorwürfe von Mutter des Opfers!

  • Frau spricht von "bedrohender Atmosphäre" auf Ranch
  • PLUS: Alle Informationen zum "Gerichtsfall Jackson"!

Im Missbrauchprozess gegen Michael Jackson hat die Mutter des angeblichen Opfers am Mittwoch schwere Vorwürfe gegen den Popstar erhoben. Vor der Jury im Gericht von Santa Maria sagte sie als Zeugin der Anklage aus, dass sie Jackson bei einer gemeinsamen Reise 2003 in einem Flugzeug dabei beobachtet habe, wie der den Kopf ihres damals 13-jährigen Sohnes ableckte.

Dies hatte vor einigen Wochen auch der jüngere Bruder des angeblichen Missbrauchopfers im Zeugenstand beschrieben. Einer Stewardess waren dagegen keine unsittlichen Berührungen aufgefallen.

Die Mutter räumte ein, dass sie bereits nacm den ersten Zusammentreffen zwischen dem Sänger und ihrem krebskranken Sohn im Jahr 2000 "beunruhigt" gewesen sei, aber letzten Endes habe sie Jackson vertraut. Er habe sich als Vaterfigur ausgegeben und davon gesprochen, dass sie eine Familie seien.

Jackson muss sich wegen sexuellen Missbrauchs, Freiheitsberaubung und Kindesentführung vor Gericht verantworten. Nach der Ausstrahlung einer umstrittenen Dokumentation im US-Fernsehen, die den Sänger Hand in Hand mit dem damals 13 Jahre alten Krebspatienten zeigte, soll Jackson die Familie 2003 auf Neverland festgehalten und zu einer positiven Darstellung gedrängt haben. In einem mit der Familie aufgezeichneten Video wird Jackson von ihnen als Wohltäter gepriesen, der dem Buben freundschaftlich verbunden sei.

Bedrohende Atmosphäre auf Neverland
Vor der Jury beschrieb die Zeugin allerdings eine Atmosphäre auf Neverland, in der sie sich bedroht und unter Druck gesetzt fühlte. Jackson habe ihr erzählt, dass er Morddrohungen erhalten habe, die sich gegen ihre Kinder richteten, gab die Frau zu Protokoll. Zu ihrem eigenen Schutz sollte sie damals strikt die Anweisungen zweier Jackson-Mitarbeiter befolgen. Dabei handelte es sich nach Angaben der Mutter um den deutschen Dieter Wiesner und dessen Geschäftspartner Ronald Konitzer, vor denen sie "schreckliche Angst" hatte. Im Zeugenstand ahmte die Frau den deutschen Akzent der früheren Jackson- Helfer nach, berichtete die "Los Angeles Times". Einer der beiden habe sie "dumme Frau" genannt und ihr damit gedroht, er könnte sie "ausradieren" lassen, wenn sie ihn ärgern würde.

Während ihrer Aussage brach die Frau mehrfach in Tränen aus und machte auf Prozessbeobachter einen "labilen" Eindruck. Einmal wandte sie sich an die Geschworenen mit der flehentlichen Bitte, sie nicht zu beurteilen. Vor ihrer Zeugenaussage hatte sich die Frau am Mittwochvormittag (Ortszeit) zunächst auf den fünften Verfassungszusatz (5th Amendment) der USA berufen, um sich selbst durch ihre Aussage nicht belasten zu müssen. Damit dürfen die Anwälte sie nicht zu Sozialhilfe-Zahlungen befragen, die die Mutter unrechtmäßig kassiert haben soll.

Staatsanwalt Tom Sneddon hatte in seinem Eröffnungsplädoyer bereits auf dieses mögliche Betrugs-Vergehen hingewiesen. Justizexperten erwarten von Jacksons Anwälten, dass sie die Glaubwürdigkeit der Frau in Zweifel ziehen und sie als geldgierige Lügnerin darstellen werden, die mit ihrem Sohn die Anschuldigungen gegen Jackson fabrizierte.
(apa/red)

14.4.2005 15:03

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