Gipfel in Washington: G-7 rechnen mit solidem Wachstum der Weltwirtschaft 2005
- Sorge um globale Ungleichgewichte und Ölpreis
- Uneinigkeit über Entschuldungsinitiative
Die Finanzminister und Notenbankchefs der sieben wichtigsten Industrieländer haben am Samstag in Washington ihre Konjunkturberatungen aufgenommen. Für dieses Jahr sehen die G7 die Weltwirtschaft in einem robusten Zustand. Die Perspektiven für das Wachstum seien "solide", heißt es in einem Entwurf zu einer Erklärung der G-7, die am Samstag in Washington verabschiedet werden soll.
Die G-7-Finanzminister und -Notenbankchefs tagten im Vorfeld der Frühjahrstagung von Internationalem Währungsfonds (IWF) und Weltbank, die an diesem Samstag und Sonntag in Washington stattfinden soll. Der IWF hat in seinem jüngsten Konjunkturbericht ein Wachstum der Weltwirtschaft um 4,3 Prozent vorhergesagt; das sind 0,8 Prozentpunkte weniger als 2004.
Deutliche Anstrengungen forderten die G-7-Finanzministerzum zum Abbau der globalen Ungleichgewichte. In der Abschlusserklärung nach ihrem Treffen hieß es, die USA müssten ihre Rekorddefizite in Haushalt und Leistungsbilanz abbauen. Europa und Japan müssten die Strukturreformen vorantreiben. Ohne China beim Namen zu nennen, forderten die Minister größere Wechselkursflexibilität.
Die Ölpreise seien "Gegenwind" für die Wachstumsentwicklung. Die Minister setzten sich für höhere Transparenz auf den Ölmärkten und eine Ausweitung der Fördermengen ein.
Die sieben führenden Industriestaaten ringen weiter um eine Einigung über den anvisierten Schuldenerlass für die ärmsten Länder der Welt. Die Finanzierung und Bedingungen der Entschuldung sowie die Zahl der Länder, die davon profitieren sollen, seien weiter ungeklärt, hieß es am Rande der Sitzung aus verschiedenen Delegationen. Eine Einigung werde noch einige Monate auf sich warten lassen, verlautete von deutscher Seite.
Bei einem Treffen in London hatte die G-7-Gruppe Anfang Februar den ärmsten Ländern einen 100-prozentigen Erlass ihrer multilateralen und bilateralen Schulden in Aussicht gestellt. Über die Grundsätze von London hinaus seien jedoch seither keine weiteren Vereinbarungen getroffen worden.(apa/red)
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