Freitag, 15. April 2005

Nach Genmais-Skandal: EU verhängt strenge Importauflagen auf US-Futtermittel

  • USA kritisieren Beschluss der Union als "Überreaktion"

Wegen des Skandals um illegale Genmais-Importe hat die EU strenge Auflagen für die Einfuhr von Futtermitteln aus den USA verhängt. Es handle sich um eine Notmaßnahme, die Anfang kommender Woche in Kraft trete, teilte die EU-Kommission am Freitag in Brüssel mit. Demnach wird die Einfuhr von Maiskleber und Biertreber, die mit dem verbotenen Genmais BT-10 verunreinigt sein könnten, nur noch genehmigt, wenn nachgewiesen wird, dass die Lieferung nicht durch die gentechnisch veränderte Variante verunreinigt ist.

Die Hersteller-Firma Syngenta aus der Schweiz erklärte, ein entsprecher Test werde in Kürze zur Verfügung stehen. Die USA kritisierten den Beschluss als "Überreaktion".

Syngenta habe eng mit dem weltweit führenden unabhängigen Testlabor GeneScan und der Futtermittelindustrie zusammengearbeitet, teilte der schweizerische Konzern am Nachmittag in Basel mit. "Es wird erwartet, dass die Zertifizierung für EU-Importe in wenigen Tagen in den US-Abfertigungshäfen funktioniert." Umweltschützer gingen bisher davon aus, dass die Auflagen einem Einfuhrembargo gleichkommen, weil Syngenta noch über keine verlässliche Testmethode verfüge, mit der der Mais zweifelsfrei identifiziert werden könne. (apa/red)

15.4.2005 18:46