Freitag, 15. April 2005

Keine Hoffnung mehr für Rover: Britischer
Autoproduzent wird endgültig zerschlagen

  • Insolvenzverwalter: Entlassung von 5.000 Beschäftigten
  • Premierminister Blair: "Das ist ein furchtbarer Schlag"

MG Rover, der letzte selbstständige britische Autoproduzent, ist am Ende. Die Konkursverwalter des britischen Automobilherstellers Rover haben nach eigenen Angaben die Zerschlagung des Unternehmens beschlossen.

Die Insolvenzverwalter kündigten am Freitag die Entlassung von 5.000 der 6.000 Beschäftigten an. Das große Rover-Werk in Birmingham wird stillgelegt. Zuvor waren die Übernahmeverhandlungen mit der chinesischen Shanghai Automotive Industrial Corporation (SAIC) endgültig gescheitert. "Das ist ein furchtbarer Schlag", sagte Premierminister Blair, der einen Wahlkampfaufritt abbrach, um sich auf den Weg nach Birmingham zu machen.

Blair hat den Beschäftigten bei MG Rover und dessen Zulieferern ein Hilfspaket von 150 Mio. Pfund (219,7 Mio. Euro) zugesagt. "Das sind Zeiten der Verzweiflung für die Arbeiter in Longbridge und ihre Familien", sagte Blair am Freitag. Für Blair ist die Rover-Pleite drei Wochen vor den Parlamentswahlen ein schwerer Schlag.

Der Chef der Transportgewerkschaft TWGU, Tony Woodley, sprach von einer "katastrophalen Entwicklung". Die schlimmsten Befürchtungen hätten sich bewahrheitet. Auch die etwa 18.000 Beschäftigten bei Rovers Zulieferfirmen schauten nun in eine "düstere Zukunft", sagte er.

Die Produktion in Birmingham war bereits vor gut einer Woche eingestellt worden. Nach Angaben der Insolvenzverwalter machte Rover zuletzt pro Monat einen Verlust von bis zu 25 Mio. Pfund (36,7 Mio. Euro) "Es gibt keine realistische Aussicht, ausreichend finanzielle Mittel zu bekommen, um die Belegschaft zu halten", stellte der Insolvenzverwalter Ian Powell von PricewaterhouseCoopers am Freitag fest. (apa/red)

15.4.2005 20:09