Doppelmandat für Brabeck: Österreicher folgt Gut als neuer Nestle-Präsident nach
- Brabeck übt bereits Funktion als Konzernchef aus
Der Österreicher Peter Brabeck - bereits Konzernchef des Schweizer Nahrungsmittelmultis Nestle - wird auch Nachfolger des scheidenden Nestle-Präsidenten und Verwaltungsratschef Rainer E. Gut. Die Nestle-Aktionäre sprachen sich am Donnerstag gegen ein statuarisches Verbot eines Doppelmandates von Konzernchef und Verwaltungsratspräsident aus.
An der Generalversammlung in Lausanne stimmten nach einer hitzigen Diskussion aber 35,94 Prozent für den entsprechenden Antrag. Der neue Verwaltungsratspräsident und bisherige Konzernchef Brabeck zeigte sich vom Resultat enttäuscht. Gegen den Antrag stimmten 50,55 Prozent der anwesenden Aktienstimmen, der Rest enthielt sich.
Das Doppelmandat sei gerechtfertig, eine Verhinderung hätte die zügige Umsetzung der Strategie gefährdet, sagte Brabeck. Dass er andernfalls zurückgetreten wäre, sei keine Drohgebärde gewesen. "Es wäre vielmehr die logische Konsequenz", sagte Brabeck. Denn er hätte dies als Misstrauensantrag verstehen und die Konsequenzen ziehen müssen.
Er akzeptiere das Mandat, "trotz des kleinen Wehmuttropfens angesichts der Umstände", sagte Brabeck, der bereits 38 Jahre für Nestle arbeitet. Der Verwaltungsrat werde die Kritik sehr genau prüfen. Nestle habe immer einen guten Ruf gehabt und werde alles dafür tun, um dies aufrecht zu erhalten.
Der Direktor der Anlagestiftung, Biedermann, kritisierte, der Verwaltungsrat habe in den letzten fünf Jahren seit dem Amtsantritt von Gut eine zentrale Aufgabe nicht erfüllt. Es sei klar gewesen, dass Gut wegen seines Alters spätestens 2005 zurücktreten müsse. Gut entgegnete, Brabeck sei am besten geeignet, die von ihm eingebrachte Strategie langfristig umzusetzen. Das Doppelmandat werde voraussichtlich etwa zwei bis drei Jahre dauern. (apa)
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