Donnerstag, 14. April 2005

Spritpreise weiter auf Rekordniveau:
Autofahrerklubs fordern rasche Senkung

  • Dieselpreise liegen um 2,2 Cent über dem EU-Mittel
  • "Unhaltbar": Preispolitik der Ölkonzerne unter Beschuss

Die Autofahrerclubs und die Arbeiterkammer (AK) Wien sind sich einig: Die aktuell auf Rekordniveau befindlichen Treibstoffpreise sind ihrer Ansicht nach zu teuer. Während ÖAMTC und ARBÖ von der Mineralölwirtschaft die sofortige Weitergabe der zuletzt rückläufigen Ölpreise an die Verbraucher fordert, nimmt die AK Wirtschaftsminister Martin Bartenstein (V) in die Pflicht: Er müsse die Untersuchung des Treibstoffmarkts zügig vorantreiben, "damit Sprit endlich billiger wird".

Der von Bartenstein nach dem "gescheiterten Spritgipfel" im April versprochene verstärkte Wettbewerb sei bisher ausgeblieben, kritisiert die AK am in einer Aussendung. Zudem solle die Wettbewerbsbehörde die Preisgestaltungspraxis der Mineralölfirmen unter die Lupe nehmen.

Die Preispolitik der Ölkonzerne ist auch den Autofahrerclubs ein Dorn im Auge. Obwohl die Rohöl- und Spotmarktpreise zuletzt international rückläufig waren, sind sowohl die Höchstpreise (laut ÖAMTC-Erhebungen) als auch die Durchschnittskosten (laut ARBÖ) für Diesel und Super auf Rekordniveau.

"Das sind unhaltbare Zustände. Die Treibstoffpreise müssen rasch sinken", forderte ARBÖ-Generalsekretär Rudolf Hellar. Beim letzten Preissprung am Spotmarkt habe es keine zwei Werktage bis zu einer Verteuerung an den Zapfsäulen gedauert. Nun sei der Eurosuper-Preis am Spotmarkt in Amsterdam-Rotterdam-Antwerpen in zehn Tagen um 13 Prozent gesunken und notiere nun am niedrigsten Stand seit vier Wochen. "Die Autofahrer erwarten sich jetzt eine ebenso schnelle Reaktion", so Hellar.

Dieselpreise liegen um 2,2 Cent über dem EU-Mittel
Im EU-Vergleich liegen die österreichischen Dieselpreise (vor Steuern) laut ÖAMTC durchschnittlich um 2,2 Cent über dem Mittel der EU-25. Bei Superbenzin beträgt der Preisaufschlag demnach sogar 2,7 Cent. "Auch innerhalb der EU gehört Österreich damit zu den Spitzenreitern, leider im negativen Sinn für die Konsumenten", unterstreicht ÖAMTC-Expertin Elisabeth Brugger-Brandau.

Sowohl der ÖAMTC als auch die AK fordern in dieser Situation eine sofortige Erhöhung von Kilometergeld und Pendlerpauschale. "Den Pendlern müssen die Mehrbelastungen endlich abgegolten werden", so die AK, die eine 15-prozentige Erhöhung der Pendlerpauschale und eine Kilometergeld-Anhebung auf 42 Cent fordert.

ÖAMTC-Erhebungen zufolge lagen am Mittwoch die Höchstpreise für Diesel bei 1,019 Euro und für Super bei 1,089 Euro pro Liter. Der ARBÖ erhob als Durchschnittspreise für Diesel 0,943 Euro und für Eurosuper 1,019 Euro. Alle Werte stellen den Autofahrerclubs zufolge Rekordpreise in Österreich dar. (apa/red)

14.4.2005 13:16