Tyrolia wechselt vom Weinviertel nach Tschechien: 100 Jobs sind nun in Gefahr
- AK empört: Angebote der Geschäftsleitung haben 'nicht einmal die ohnedies gesetzlich zustehenden Ansprüche abgedeckt'
Rund 100 Jobs sind laut Arbeiterkammer Niederösterreich (AKNÖ) im Weinviertel in Gefahr. Grund dafür sollen Abwanderungsvorhaben des Skibindungsproduzenten Tyrolia von Neusiedl a. d. Zaya (Bezirk Gänserndorf) nach Tschechien sein. Die Geschäftsleitung sei bereits mit vorbereiteten Verträgen zur einvernehmlichen Dienstauflösung ins Werk gekommen, berichtete AKNÖ-Vizepräsident Roland Sperk am Montag.
Das Angebot hätte jedoch in einigen Fällen "nicht einmal die ohnedies gesetzlich zustehenden Ansprüche bei der Endabrechnung abgedeckt", zeigte sich Sperk von der Vorgangsweise der Geschäftsleitung empört. Da der Standort in Neusiedl jedoch über einen Betriebsrat verfügt, "wird sich die Belegschaft nicht über den Tisch ziehen lassen", ist der Arbeitnehmervertreter überzeugt.
Weinviertel könnte "Schlafzimmer von Wien" werden
"Die Entindustrialisierung im Bezirk Gänserndorf nimmt dramatische Formen an. Jetzt muss von den Wirtschaftspolitikern gegengesteuert werden, sonst sinkt die Kaufkraft weiter ab und das Weinviertel wird zum Schlafzimmer von Wien", warnte AKNÖ-Präsident Josef Staudinger. In den vergangenen zehn Jahren sind laut AKNÖ im Bezirk Gänserndorf 3.000 Arbeitsplätze verloren gegangen. "Jetzt kommen weitere 60 ständige und 40 Saisonarbeitsplätze dazu", klagte AK-Bezirksstellenleiter Robert Taibl, der von einer "Aushöhlung der industriellen Substanz der Region" sprach. (apa/red)
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