Donnerstag, 14. April 2005

Chelsea vs. Liverpool im Duell der Titanen:
Erstes rein englisches Halbfinale in der CL!

  • Medien feiern PSV-Trainer Hiddink: "Wie in alten Zeiten"
  • PLUS: Die Bilder der Tifosi-Ausschreitungen in Italien

In England freuen sich die Fußball-Fans auf ein "titanisches Halbfinale", und Eindhoven träumt dank Guus Hiddink vom zweiten Europacup-Erfolg nach 1988. GAK-Bezwinger FC Liverpool hat am Mittwoch mit seinem Aufstieg gegen Juventus Turin das erste englische Halbfinale in der Champions League perfekt gemacht. Das Kräftemessen mit dem FC Chelsea (27. April/3. Mai) garantiert den Insel-Kickern erstmals seit Manchester Uniteds Triumph über Bayern München 1999 wieder ein Team im Endspiel.

Ins Finale am 25. Mai nach Istanbul will auch der PSV Eindhoven. Die Niederländer, die Olympique Lyon nach zwei 1:1 am Mittwoch glücklich 4:2 im Elfmeterschießen besiegten, stehen erstmals seit der Einführung der Champions League im Halbfinale, in dem aller Voraussicht nach am 26. April und 4. Mai der AC Milan der Gegner sein wird.

Randale von Turin vorab angekündigt
Für das Spiel in Turin hatten radikale Juve-Anhänger ebenfalls Randale angekündigt. Zwar wurden insgesamt acht Männer aus der "Ultra"-Szene verhaftet und 23 vorübergehend festgenommen, doch die Polizei verhinderte unter dem Einsatz von Tränengas, dass einige hundert Italiener den Gästeblock stürmen konnten. Drei Autos gingen in Flammen auf, einige Dutzend wurden beschädigt. Es passierte rund um die brisante Partie letztlich aber weit weniger als befürchtet. Juve und die Reds waren 20 Jahre nach der Brüsseler Heysel-Katastrophe, die 30 Todesopfer forderte, wieder aufeinander getroffen.

Der Gewinner war - anders als 1985 im Meistercup-Endspiel (1:0) - diesmal der FC Liverpool, dem gegen die italienischen Minimalisten nach dem 2:1 an der Anfield Road ein torloses Remis in Turin genügte. "Wir haben es nicht verdient, gegen Liverpool zu gewinnen", lautete der selbstkritische Kommentar von Juve-Schlussmann Gianluigi Buffon.

Chelsea - Liverpool: "Duell der Titanen"
Die englischen Zeitungen blickten am Donnerstag bereits in die Zukunft, in dem sie das Duell mit Chelsea zum ultimativen Fußball-Ereignis erhoben. "Die Giganten von Europa", hieß es in der "Times". "Liverpool erreicht epischen Showdown. Im titanischen Halbfinale wird Chelsea der Favorit sein", schrieb der "Daily Telegraph".

Das sagt auch die Statistik, denn die drei bisherigen Vergleiche dieser Saison haben die "Blauen" gegen die "Roten" gewonnen. "Aber in den jüngsten zwei Matches kamen wir immer dichter an sie ran", sagte Trainer Rafael Benitez nach der Nullnummer in Turin. Mit Benitez und Jose Mourinho messen sich im Halbfinale auch die zwei erfolgreichsten europäischen Vereinstrainer der vorigen Saison. Während der Spanier mit dem FC Valencia den UEFA-Cup gewann, führte der exzentrische Portugiese den FC Porto zum Champions-League-Triumph.

PSV-Trainer Hiddink avanciert zum Helden
Wie in Liverpool schwärmte man auch in Eindhoven von Fußball wie in besten Zeiten. "Diese wunderbare, fast südeuropäische Fußballmannschaft aus dem gemütlichen Brabanter Land hat sich unter die wirklich Großen des europäischen Spitzenfußballs geschart", schrieb "De Volkskrant" am Donnerstag. Verantwortlich für den Aufschwung ist Trainer Guus Hiddink, der den PSV schon 1988 zum Meistercup-Gewinner gemacht hat.

Olympique Lyon, mit 29 Toren in zehn Spielen die CL-Torfabrik, haderte wie im Vorjahr, als ebenfalls im Viertelfinale gegen Porto Endstation war, mit dem Schicksal. "Das ist für meine Spieler, die in beiden Partien alles gaben, und mich die bisher größte Enttäuschung der Karriere", gab Paul Le Guen nach dem Elfer-Krimi, den das Gesamtscore von 2:2 erfordert hatte, die Stimmung wieder. Jetzt haben die Franzosen den vierten nationalen Liga-Titel in Serie im Visier. (apa/red)

14.4.2005 15:10